Chronik einer Bahnstrecke
Bis ins Jahr 1958 transportierte die "Waldbahn Frauenwald" Holz aus dem Feistritztal zur Südbahn in Steinhaus. Im Herbst soll eine Chronik zur Geschichte der Bahn erscheinen.
53Jahre ist es her, dass die letzte Dampflok Holz von Rettenegg nach Steinhaus brachte. Doch bald wird die Geschichte der alten Waldbahn in Buchform wieder in Erinnerung gerufen.
Der Mürzzuschlager Gymnasiallehrer und Historiker Johann Matscheko befasst sich seit Jahren mit der Spurensuche und Erkundung der Geschichte der ehemaligen "Waldbahn Frauenwald" zwischen Rettenegg und Steinhaus am Semmering. Beim Saisonstart zur Bahnwanderung brachte Matscheko kürzlich die Chronik dieser Waldbahn in Erinnerung - eine umfassende Dokumentation wird im Herbst erscheinen.
Die Holzbringung aus dem Feistritztal in Richtung Südbahnstrecke gestaltete sich in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts sehr schwierig, zumal die Fuhrwerke die enge und steile Pfaffensattelstraße befahren mussten. Daher plante man ab 1899 eine Pferdeeisenbahn zwischen der Säge Frauenwald und der Station Ambach am Fuße des Feistritzsattels, die 1902 eröffnet wurde.
Schrägaufzug
Nach und nach erfolgte der Ausbau eines Schrägaufzugs, der Sattelstrecke und des Bremsberges in Richtung Fröschnitztal. 1910 wurde von Pferde- auf Dampfbetrieb umgestellt, und ab 1917 war die 22 Kilometer lange Strecke zwischen Rettenegg und Steinhaus voll betriebsfertig.
Insgesamt wurde der Holztransport auf den drei Teilstrecken der Waldbahn mit fünf Dampflokomotiven mit einer Spurweite von 600 Millimetern betrieben. Die reine Fahrtzeit betrug zweieinhalb Stunden. Der Transport des Holzes war sehr aufwendig und die 160 Höhenmeter überwanden die beladenen Waggons mit einem Schrägaufzug. Am Ende der knapp drei Kilometer langen Sattelstrecke wurden die Waggons über einen Bremsberg mit 974 m Länge ins Fröschnitztal hinabgelassen. Von da weg wurde das Holz talwärts zum Bahnhof Steinhaus zur Südbahn transportiert und verladen.
Verschrottet
Die zwangsweise Demontage eines Streckenabschnitts im Feistritztal 1930 und die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges konnten die Bahn nicht in die Knie zwingen, sie konnte jedoch in den 1950er-Jahren nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Im September 1958 wurden die Geleise demontiert und die Wagen verschrottet.








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