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Zuletzt aktualisiert: 13.04.2012 um 06:00 UhrKommentare

Gemeinden wehren sich

Entrüstet reagiert man in Ratten und Langenwang auf das Gutachten eines Amtssachverständigen zur Erweiterung des Windparks am Steinriegel.

Foto © Lenhard

Entrüstet reagiert man in Ratten und Langenwang auf das Gutachten eines Amtssachverständigen zur Erweiterung des Windparks am Steinriegel. Die Bürgermeister Thomas Heim (Ratten, SPÖ) und Rudolf Hofbauer (Langenwang, ÖVP) richten sich mit einem ,,offenen Brief" an die Landesregierung, unterzeichnet vom Vorstand beider Standortgemeinden. Inhalt: Die "Beamtenmeinung" des Gutachters sei "eine Beleidigung für die Menschen in unseren Gemeinden" und "auf das Schärfste" zurückzuweisen.

Wie berichtet, hatte Johann Kolb, UVP-Sachverständiger für den Landschaftsschutz, bezweifelt, dass die Gemeindebewohner den Windpark begrüßen und etwaige Zustimmung auf eine "gravierende Abstumpfung menschlicher Sensibilität" zurückgeführt. Die Gemeindevertreter sprechen von einer "Groteske", zumal die Bevölkerung voll hinter dem Projekt stehe. Detail am Rande: Der Steiermark Tourismus weist den Windpark seit Jahren als beliebtes Ausflugsziel aus.

Die Projektbetreiber der Firma Ecowind schießen sich indes auf einen zweiten Gutachter ein und haben beim Land beantragt, den UVP-Experten für die Birkhühner wegen Befangenheit abzuberufen. Ecowind wirft dem Sachverständigen vor, bei einem Vortrag im März öffentlich gesagt zu haben, dass das Windkraftprojekt Ratten "nicht bewilligungsfähig" sei, womit er gegen die Amtsverschwiegenheit verstoßen habe. Zudem sei er als Jäger in Sachen Birkhuhn "parteilich". Der Sachverständige bestreitet die Vorwürfe. Nächste Woche soll es zwischen beiden Seiten ein Gespräch geben.

H

Spannend bleibt auch das Rennen um das geplante Wasserkraftwerk an der südsteirischen Schwarzen Sulm. Georg Eisenberger, Anwalt der Projektwerber, warnte Deutschlandsbergs Bezirkshauptmann Helmut-Theobald Müller schriftlich davor, das Naturschutzverfahren für das Projekt neu aufzurollen. Das hatten Grüne und Umweltanwältin Ute Pöllinger gefordert. Laut Eisenberger wäre dieser Schritt rechtswidrig. Man würde Müller diesfalls persönlich "zur Rechenschaft ziehen". GÜNTER PILCH


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