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Zuletzt aktualisiert: 19.08.2009 um 22:19 UhrKommentare

Familie wurde abgeschoben, doch nun wird gekämpft

Die Familie Hoxha wurde im Juni in den Kosovo abgeschoben. Freunde kämpfen um die Rückkehr.

Janine und Egzon sind verliebt, können aber nicht zusammen sein

Foto © AuerJanine und Egzon sind verliebt, können aber nicht zusammen sein

Drei Jahre war Milihate Hoxha (36) mit ihren Kindern Egzon (18), Dardan (16) und Dorina (10) in Österreich. Ein langer Rechtsweg endete mit dem negativen Asylbescheid und der Abschiebung in den Kosovo im Juni - weil das Land als "sicherer Drittstaat" gilt und keine politische Verfolgung bestand. Außerdem sei die Familie aus der Schweiz gekommen, hätte dort um Asyl ansuchen müssen.

Das macht Jakob und Maria Posch fassungslos. "Milihate ist direkt aus dem Kosovo gekommen. Sie war nur von 1998 bis 2000 in der Schweiz, ging dann in den Kosovo zurück", hält Maria Posch entgegen. Familie Posch betreibt in Ratten ein Flüchtlingsquartier, Milihate Hoxha hat bei ihnen gewohnt, daraus entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Die Familie Hoxha war bestens integriert, sagen Maria und Jakob Posch. Dorina war in einer Theatergruppe und sang im Chor. Milihate Hoxha hatte guten Kontakt zu den Einheimischen, zu Vereinen. Es gab zwei Lehrstellenzusagen für die Buben, einen Arbeitgeber für Milihate Hoxha. All das hat man schriftlich der Fremdenpolizei zukommen lassen, konnte aber die Abschiebung damit auch nicht mehr verhindern.

Fassungslos sind auch Janine und Birgit Lang aus Krieglach. Egzon war - und ist - der Freund der 15-jährigen Janine. Sie besuchten die HLW Krieglach. Die Langs waren zwei Wochen im Kosovo: "Da liegt alles in Trümmern." Abfälle und Tierkadaver auf den Straßen, in Flüssen, in Teichen. Verseuchtes Wasser ist die Folge, die Wasser- und Stromversorgung bricht ständig zusammen. "Wir haben fünf Tage kein Wasser gehabt", erzählt Lang. Außerdem gibt es Überfälle, Gewalt, wenig Lebensmittel, medizinische Versorgung nur bei Bestechung. Janine: "Eine Plombe beim Zahnarzt für 50 Euro".

40 Euro bekommt Milihate Hoxhan im Monat. Sie ist verwitwet, ihr Mann starb bei einem Unfall. Ihre Verwandten haben aber selber nichts. Lang: "Deshalb können und wollen sie nicht helfen." Familie Hoxha lebt aus Platzmangel nicht in einem Haus. Egson und Dardan schlafen beim Großvater auf der Couch. Milihate Hoxha wohnt mit Dorina bei der Schwägerin. Die Buben haben keine Chance auf eine Lehre oder Schulbildung.

Solidarität

Die Familien Posch und Lang helfen, wo es geht, so etwa mit Medikamenten. Man hat an Politiker geschrieben, Janine hat 400 Unterschriften gegen die Abschiebung gesammelt, die Familie Posch 200. Die Grünen versuchen auch zu helfen. Auf ihrer Homepage www.gruene.at kann man mit einer Protestunterschrift seine Solidarität mit der Familie Hoxha bekunden.

MICHAELA AUER

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