Die kleine Ernte groß feiern
Die großen Erntedankfeste stehen schon vor der Tür, die Ernte selbst wird gerade eingefahren - und präsentiert sich als durchschnittlich.

Foto © APAGuter Durchschnitt ist die heurige Erntemenge des steirischen Apfels
Die gelben Sonnenblumen sind nur Stuck zur Zierde. Eigentlich geht es um die roten Äpfel, die goldgelben Kukuruzstriezel, geflochtene Getreideähren, grün-gelbe Kürbisse und blaue Traubenreben, die die Erntekrone ausmachen und die Bodenschätze der Steiermark symbolisieren. Auf keinem Erntedankumzug darf sie fehlen, die prächtige Krone, die kunstvoll zur Schau stellt, was im Herbst geerntet wird. Ein ganzer Reigen von Festen ist der herbstlichen Ernte gewidmet, die als durchschnittlich erwartet wird.
Am Samstag lädt Fürstenfeld zum Kürbisfest, und dort wird zur Schau gestellt, dass man sich um das steirische Produkt schlechthin, das Kernöl, heuer keine Sorgen machen muss. Auf 15.700 Hektar steirischer Ackerbaufläche wird der Ölkürbis angebaut, und damit ist der Kürbis-Plutzer bereits die drittwichtigste Ackerkultur in der Steiermark. Geschlagen wird die Ölfrucht dabei nur von Getreide am zweiten und Mais am ersten Platz des Ackerbau-Rankings.
Kürbis: Das Gold glänzt wieder
Für das steirische Gold sieht es in diesem Jahr wieder besser aus. Vor allem in der Weststeiermark rechnet man mit reicher Ernte. "Wir befinden uns jetzt in der zweiten Erntewoche und es sieht gut aus. Nur in manchen Bezirken wie Feldbach oder Leibnitz hat uns der Hagel ein wenig die Laune verdorben", erklärt Andreas Cretnik, Geschäftsführer der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl.
Die Ernte liegt über dem Durchschnitt und die Nachfrage nach Kürbiskernöl kann sehr wahrscheinlich gedeckt werden. Eine Preissenkung ist nicht zu erwarten, dafür werden sich die Preisspitzen glätten.
Die heurige Maisernte startet erst im Oktober, doch auch beim Getreide waren die Erträge in der Sommerernte, trotz der Trockenheit, gut.
Pfirsich: Starke ausländische Konkurrenz
Bereits vollständig geerntet wurden die steirischen Pfirsiche. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Zwar konnte man wieder sehr gute Qualität produzieren, die Erträge waren allerdings etwas geringer als im Vorjahr.
In den vergangenen Jahren ist die Anbaufläche für Pfirsiche in der Steiermark erheblich geschrumpft. Nur mehr rund 350 Hektar werden von gut 200 Obstbauern bearbeitet. Der Grund dafür ist einfach erklärbar: Viele Supermärkte setzen auf ausländisches Gut. Die heimischen Produkte findet man oft nur mehr auf Bauernmärkten.
Bei den traditionellen Weinlesefesten in der Südsteiermark steht die kleine Traube im Mittelpunkt, und im Vergleich zum Vorjahr kann man heuer wieder mit besseren Erträgen rechnen. Bei den großen Festumzügen in Gamlitz am ersten Oktoberwochenende und in Leibnitz eine Woche später gibt es damit wieder allen Grund zum Feiern.
Wein: Besser, aber noch immer nicht ideal
Mitte September fällt alljährlich der Startschuss zur "echten" Weinlese, während man bereits Anfang des Monats mit der Sturm-Produktion beginnt. Die Erwartungen der gut 2900 steirischen Weinbauern an die heurige Lese sind gedämpft. Es dürfte zwar im Vergleich zum Vorjahr einen Aufschwung geben, der steirische Weinbaudirektor Werner Luttenberger weist aber auf das absolute Katastrophenjahr 2009 hin.
Generell dürfte die Ernte auch heuer unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Nach ersten Schätzungen erwartet man 18 bis 18,5 Millionen Liter.
Frisch und saftig soll er auch heuer sein, der steirische Apfel, der am kommenden Sonntag auf der steirischen Apfelstraße in Puch gefeiert wird. Die Ernte ist seit September im vollen Gang und wird als durchschnittlich gut erwartet. Damit sind auch die heurigen Erntekronen gerettet.
Apfel: Qualität vor Quantität
Für über 1500 steirische Bauern beginnt jetzt die heiße Apfelzeit. September und Oktober gelten als die beiden Monate der steirischen Apfelernte, die heuer eine Woche später begonnen hat. Wichtig ist dieser Termin aber nicht nur für die Steirerinnen und Steirer, hat der "steirische" Apfel doch in ganz Österreich einen Marktanteil von über 75 Prozent und überzeugt außerdem noch als Exportgut.
Heuer wird eine gute Durchschnittsernte erwartet. Man kann daher in etwa mit 140.000 Tonnen Äpfeln rechnen, die von den Bauern auf circa 6000 Hektar Fläche geerntet werden.
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ERNTEDANK
Nach der Ernte wird traditionell Gott für die Gaben gedankt.
Die Erntekrone, aus Getreide oder Weinreben geflochten, wird bei einer Prozession durch den Ort getragen.
Der Ursprung des katholischen Erntedankfests liegt im 3. Jahrhundert mit dem Michaelisfest am 29. September. Heute hat Erntedank kein fixes Datum.








