Initiative K.U.L.M. setzt Zeichen
Die Initiative K.U.L.M. hat (sich) einen Dom gebaut. Einen frei zugänglichen "Dom zum Sinn", der viele Sinne fasziniert. Und: ein Hauptplatz wird weiß gestrichen.

Foto © PrivatMit "Nomadin" und "Dom" setzt K.U.L.M. weithin sicht-bare Zeichen fast 20-jähriger Kulturarbeit K.U.L.M.
Das Zentrum ist hier, wo wir leben. Das Leben ist nicht anderswo." Schreibt Robert Menasse im "Extrablatt" zu den jüngsten Aktivitäten von K.U.L.M., der oststeirischen Kulturinitiative. Die 2012 den 20. Geburtstag feiern wird. Schon heuer markiert das Zentrum an der Peripherie (s)einen Lebensmittelpunkt mit einem "Dom". Der, so Menasses Schluss, nicht unwichtiger sei als der Stephansdom. Nachsatz: "Wir werden uns in einem Raum befinden, in dem wir selbst die Herren sind."
Dieser Raum ist eine bernsteinfarbene Kuppel in einem Kukuruzacker in Sichtweite der "Nomadin". Jener Treppe, die K.U.L.M. schon vor Jahren direkt an der Straße vor Pischelsdorf (von Graz aus gesehen) aufgestellt hat. Mit Blick auf den Kulm. Ein "weiteres obskures Bauwerk", wie K.U.L.M.-Motor Richard Frankenberger erläutert. Die geodätische Kuppel diente als Schutzschirm für eine Radarstation, danach als Schuppen für landwirtschaftliches Gerät.
Nun also "nur noch Kunst" (Menasse), nein: "ohne ,nur noch'". Ein "Gegenraum" (Frankenberger) von großer Faszination. Faszinierend die verwitterten Oberflächen-Segmente des an einen riesigen Insektenbau erinnernden Runds. Faszinierend die Lichtspiele im Inneren. Absolut faszinierend die Akustik. Bloßes Klatschen und Klopfen lässt spannendste Klänge entstehen.
Naheliegend also, dass der Dom als Instrument auch für Hörbares genutzt wird. Winfried Ritsch hat das "Eintönen" übernommen. Der Professor am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) der Grazer Kunstuniversität startet das Langzeitprojekt "Kleine Welten", mit dem der Dom zum Klang-Dom wird.
Ein weiterer langjähriger K.U.L.M.-Aktivist, Klaus Schafler, wird vor der künstlerischen Dom-Weihe den Pischelsdorfer Hauptplatz weißen. Mit umweltfreundlicher Farbe und nicht ohne klimapolitischen Hintergrund. Angeregt von der kommunalen New Yorker Aktion "Cool Roofs" will der Künstler darauf hinweisen, dass Wetter- und Klimabedingungen durchaus positiv manipuliert werden können. Das Reflexionsvermögen weißer Flächen (Albedo-Effekt) kann nachweislich Temperatursenkungen zur Folge haben.
K.U.L.M.-Aktionen: Samstag ab 13 Uhr, Pischelsdorf. kulm.net, kunstraumkulm.net








