Junges Gemüse im Kulturstock
Im Ausstellungsraum K3 in der alten Schuhfabrik in Pischelsdorf wird zukünftig verstärkt Jungtalenten ein Laufsteg geboten. Morgen Abend gibt es dort eine Vernissage mit Raum-Kunst.
In den vergangenen Jahren hatte der bewährte Kulturstock 3 (K3) der Künstlergruppe K.U.L.M. im Pischelsdorfer Gewerbepark-Haus merklich an Eigenleben eingebüßt. Dieser Bedeutungsschwund ging Hand in Hand mit der Abkoppelung von K.U.L.M. vom "steirischen herbst" sowie mit dem zwischenzeitlichen Auslagern der kulturellen Aktivitäten in die Mehrzweckhalle von Rohrbach, dem Heimatort von K.U.L.M.-Vordenker Richard Frankenberger.
Nun soll diesem "wichtigen Labor für zeitgenössisch Kunst" (so der ehemalige "herbst"-Intendant Horst Gerhard Haberl) wieder neues Leben eingehaucht werden. Denn Frankenberger übernahm wieder hoch motiviert die Leitung vom Ausstellungsraum K3 aus den Händen der Kunsterzieherin Gertraud Ranegger-Strempfl.
Mit Frühlingsbeginn "gärtnert" Frankenberger gleich einmal kräftig im K3, indem er "junges Gemüse" präsentiert. Den Beginn macht die erst 20-jährige Grazerin Carola Deutsch, Schülerin an der HTL Ortweinschule, die bei ihrer ersten Personale dem K3 ein raumgreifendes, maßgeschneidertes Konzept überstülpt.
Baugerüste
Choreografisch gut verteilt hat sie im weitläufigen Raum ganz banale Baugerüstständer aufgestellt, die mit Klarsichtfolien oder semitransparenten Leinenstoffen verspannt sind. Der Besucher ist dadurch gezwungen sich seinen Weg durch diesen charmanten Hindernisparcours zu bahnen und erfährt solcherart eine völlig andere Wahrnehmung der Raumsituation. Er wird dabei zum Flaneur, dessen Blick auf ihn selbst zurückgeworfen wird. Innen- und Außenformen wechseln dabei durch den jeweiligen Standpunkt des Betrachters.
Die künstlerische Nachwuchspflege soll fortan im K3 groß geschrieben werden. "Junggemüse-Züchter" Frankenberger hat darüber hinaus noch einige Ideen parat, um Pischelsdorf kulturell aufzuwerten. So sollen heuer bei der "Wächterin", der Kulm-Blick-Stiege an der B 54, drei Metallfahnen in Rot-weiß-Rot des verstorbenen steirischen Künstlers Hartmut Skerbisch aufgestellt werden. Ebenso wird dort ein Leuchtkasten mit einer von Skerbisch gemachten Feststellung ("Kunst ist ein Werkzeug zur Selbstbestimmung des Menschen") angebracht.
Steirischer Herbst
Aber auch der "steirische herbst" ist nach längerer Absenz für Frankenberger & Co. wieder zu einem vorrangigen Thema geworden. Dazu verrät Frankenberger nur so viel: "Wir wollen uns mit einer fiktiven Theatergeschichte einbringen."
Außerdem verfolgt Frankenberger die Vision, ein "Artist-in-Residence-Projekt" im K3 auf die Beine zu bekommen. Er möchte Künstler auf Zeit in Pischelsdorf einquartieren und ihnen hier eine Arbeitsmöglichkeit bieten. "Es gäbe passende, leer stehende Räume im Haus", meint Frankenberger. Und im Nachsatz: "Die Gemeinde muss nur wollen. Es wäre für Pischelsdorf zweifelsohne ein nachhaltiger Imagegewinn."
Features
KUNST RAUM RAUM KUNST
Ausstellung von Carola Deutsch in der alten Schuhfabrik in Pischelsdorf.
Vernissage morgen, Freitag, um 19 Uhr.
Geöffnet: 21. März, 10 bis 17 Uhr bzw. bis 27. März nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0650-391 11 93.







