"Das Wohl der Kinder im Auge behalten"
Seit Schulbeginn verkehren zwischen Pischelsdorf und Rohrbach Linienbusse. Schüler und Eltern üben Kritik an Busunternehmen. Dazu diskutierte man nun mit Politikern und Sachverständigen.

Foto © Thomas PilchEltern kritisieren angebliche Missstände bei Schülertransport
Über viele Jahre hinweg war der Schülertransport zwischen Pischelsdorf, Rohrbach am Kulm und Kulmingberg vom ortsansässigen Gelegenheitsverkehrsbetrieb Ingrid Darnhofer abgewickelt worden.
Als dem Ebersdorfer Busunternehmer Alois Jakum von der Landesregierung die Konzession für einen Linienverkehr auf dieser Strecke erteilt wurde, verlor die Firmenchefin ein für sie wichtiges Standbein. Neben Eltern und Anrainern unterschrieben damals sämtliche Kulmland-Bürgermeister Unterstützungserklärungen für die Unternehmerin.
"Ich habe die Situation mittlerweile akzeptiert. Man hätte mir aber eine Chance geben müssen. Vom Land fühle ich mich im Stich gelassen. Aber ich danke dennoch allen Bürgermeistern und Eltern, dass sie sich so für mich eingesetzt haben", so Darnhofer.
Kritik, die vor allem von Eltern und Schülern kommt, spießt sich hingegen am Busunternehmen Jakum, das ab nun den Schülertransport durchführt. Aus diesem Anlass lud nun die Rohrbacher Bürgermeisterin Brigitte Schwarzenberger, an die in letzter Zeit viel Negatives über die Abwicklung des Linienverkehrs herangetragen worden war, zu einem runden Tisch im Besprechungsraum der örtlichen Feuerwehr mit allen Beteiligten.
Im Publikum war eine Handvoll Eltern von betroffenen Schülern und auch Franz Hubmann von der zuständigen Fachabteilung des Landes. Der Busunternehmer Alois Jakum blieb der Gesprächsrunde, bei der Hubmann Rede und Antwort stand, fern. Bezüglich der Vergabe der Konzession konstatierte Hubmann: "Es waren alle rechtlichen Voraussetzungen für die Erteilung der Konzession für den Linienverkehr gegeben. Wir haben es uns bestimmt nicht leicht gemacht."
Unmut betroffener Eltern
Die sehr emotional geführte Diskussion war vom sichtlichen Unmut betroffener Elternteile über angebliche Missstände im Schülertransport geprägt. Das Sicherheitsrisiko für die Businsassen durch mehrmaliges Telefonieren des Chauffeurs mit seinem Handy, wie behauptet wurde, kam dabei ebenso zur Sprache wie die Errichtung von Haltestellen an neuralgischen Verkehrspunkten oder die nicht exakte Einhaltung der vorgegebenen Fahrrouten.
Letzterem hielt Hubmann entgegen: "Die Firma Jakum hat sowohl die Linien- wie auch die Gelegenheitsverkehrskonzession erhalten. Man darf beides nicht vermischen." Dazu muss man
wissen, dass beim Linienverkehr die gewählte Fahrtstrecke gleich bleibend zu befahren ist, während es beim Gelegenheitsverkehr sehr wohl Abweichungen geben kann.
Mit Bewilligung seitens des Landes hat Jakum zwischen Pischelsdorf und Rohrbach aus wirtschaftlichen Gründen zwei Strecken zusammengelegt. Sollte sich herausstellen, dass es dadurch für die Schulkinder zu unnötig langen Fahrzeiten komme, könnte diese Zusage jederzeit widerrufen werden, betonte Hubmann.
Hans Jandl, Direktor der Hauptschule Pischelsdorf, verwies darauf, dass die von Jakum transportierten Schüler erst relativ knapp vor Unterrichtsbeginn in der Schule eintreffen würden. Bei den Volksschulkindern wiederum sei das Gegenteil der Fall. Sie hätten mit längeren Wartezeiten zu rechnen.
Fahrpläne abstimmen
Der Pischelsdorfer Bürgermeister Erwin Marterer appellierte an alle Anwesenden, in erster Linie das Wohl der Kinder im Auge zu behalten und die Fahrpläne möglichst optimal darauf abzustimmen. "Wir können nur das Beste aus der Sache machen", so Marterer. Derselben Meinung war sein Amtskollege Maximilian Haas aus Siegersdorf.
Hubmann bat darum, ihm alle Vorkommnisse zu melden. Bei nachweisbaren Verstößen seitens der Firma Jakum gegen das Kraftfahrliniengesetz würden die entsprechenden Sanktionen vorgenommen werden. Außerdem gab Hubmann allen Anwesenden ein Versprechen ab: "Wir schauen der Firma Jakum mit Sicherheit mehr auf die Finger als anderen."
Der Busunternehmer Alois Jakum war gegenüber der Kleinen Zeitung für eine Stellungnahme im Nachhinein nicht bereit. Seine Frau richtete am Telefon lediglich kurz aus, dass es sich bei der Diskussion ihrer Meinung nach um eine "Hetzkampagne" der Konkurrenz handle und dass sie und ihr Mann davon nichts wissen wollen.







