Reines Auto mit reinem Gewissen
Die Firma Gussmagg in Pischelsdorf betreibt ein ökologisches Wasch-Center für Autos. Ziel ist es, bald gänzlich energieautark zu werden.

Foto © Breitler
Eine Autowaschanlage wie jede andere - das werden sich wohl viele Autofahrer denken, die bei Pischelsdorf auf der B 54 unterwegs sind. Von außen mag das stimmen, doch in technischer Hinsicht hebt sich diese Anlage von allen bisherigen ab: Sie wurde gänzlich als Öko-Wasch-Center konzipiert.
Regenwasser. Nur etwa zehn Prozent des Wasserbedarfs werden hier durch Frischwasser abgedeckt - der Großteil stammt aus Regen- und Recyclingwasser. "Wir sammeln auf den Dachflächen das Wasser, das dann rein biologisch aufbereitet wird", erklärt Johann Reisinger, Geschäftsführer der Firma Gussmagg, die die Anlage betreibt. Aber auch weniger Putzchemie wird eingesetzt: Durch ein neues Baukastensystem können bis zu zwei Drittel der Chemie eingespart werden, so Wilhelm Gajdosek, Geschäftsführer von Stockmeier Chemie.
Warmes Wasser durch Solar. Bei der Energiegewinnung legt Gussmagg ebenso Wert auf Umweltfreundlichkeit: Im Gegensatz zu den meisten Autowaschanlagen, wo Gas- oder Ölheizungen vorherrschen, wird hier das Wasser durch eine Solaranlage und eine Pelletsheizung erhitzt. "Dafür haben wir als Partner die KWB gewinnen können", sagt Reisinger. Pro Jahr werde sich so der Kohlendioxidausstoß gegenüber herkömmlichen Autowaschanlagen um rund 250 Tonnen verringern.
Warmes Abwasser. Damit nicht genug: "Wir haben eine Anlage installiert, um aus dem Abwasser Wärme zurück zu gewinnen", sagt Reisinger. Noch befinde man sich jedoch in der Testphase und sammle Daten über die technische Verwertbarkeit. "Das ist eines der spannendsten Dinge", so Reisinger. Als Ziel gibt er ein energieautarkes Öko-Wasch-Center an. Dafür ließ er sich auch eine 30 kW-Photovoltaikanlage kommissionieren. Angebracht werde sie aber erst, wenn sich die Rahmenbedingungen für Ökostrom ändern.
Anschaffungskosten. Die Baukosten beziffert Reisinger mit deutlich über 500.000 Euro. Damit sei die Öko-Waschanlage zwar teurer als eine herkömmliche, bei den Betriebskosten erspare man sich allerdings einiges. Bei der Suche nach einer geeigneten Förderstelle wandte sich Reisinger an das Regionalmanagement Oststeiermark (RMO): "Die Chancen stehen sehr gut, dass das Projekt aus dem Programm ,Groß!Tat' gefördert wird", sagt Martin Auer vom RMO, "immerhin ist sie von technischer Seite sehr innovativ und einzigartig in Österreich."
Features
Kommentar
Fakten
So funktioniert's
Energiegewinnung: Das Wasser wird durch Solar- bzw. Pelletstechnik aufgeheizt.
Wasser: Rund 90 Prozent des verwendeten Wassers ist entweder Regenwasser oder wiederverwendetes Wasser. Das Wasser wird dabei rein biologisch wieder aufbereitet.
Reinigung: Die verwendeten Chemikalien stammen aus nachwachsenden Rohstoffen.
Einsparung: Durch die CO2-neutrale Energieerzeugung werden pro Jahr etwa 256 Tonnen Kohlendioxid eingespart.









