AEE Intec Gleisdorf

Die Hitze des Sommers in den Winter bringen

Das private Forschungsinstitut AEE Intec stellt in Gleisdorf einen neuartigen Wärmespeicher vor, der die Wärme des Sommers ohne nennenswerte Verluste über lange Zeiträume konservieren kann.

Bürgermeister Christoph Stark, Klimabündnis-Geschäftsführerin Theresia Vogel, Werner Weiss, AEE Intec
Bürgermeister Christoph Stark, Klimabündnis-Geschäftsführerin Theresia Vogel, Werner Weiss, AEE Intec © Ulla Patz
 

Jeder bekommt ein Häufchen Zeolith-Kugerl in die Hand, haucht ein paar Mal darüber und wie durch ein Wunder erwärmen sich die Kügelchen. Verbrennen kann man sich nicht, obwohl diese Kügelchen 70-80 Grad heiß werden können.

Zeolith als Speichermedium
Zeolith als Speichermedium Foto © Ulla Patz

Diese Eigenschaft, sich zu erhitzen, wenn sie Wasserdampf aufnehmen, machte sich die AEE Intec zu Nutze. Sie forscht seit Jahren an einem Speicher für Wärme. Ziel ist, Solarwärme in den Sommermonaten zu speichern, um im Winter damit heizen zu können.

Verlustfrei

Mit der neu entwickelten Wärme-Speicheranlage, die dieser Tage in Gleisdorf vorgestellt wurde, dürfte man auf dem besten Weg sein, um dieses Ziel auch für den Markt umsetzbar zu machen. Vereinfacht gesagt erhitzt die Wärme die in einem Speicher gelagerten Zeolithe, die dabei Wasserdampf abgeben und so getrocknet werden. „So kann die Wärme nahezu verlustfrei beliebig lange gespeichert werden“, sagt AEE Intec-Geschäftsführer Werner Weiss. Aktiviert wird die Wärme wieder, indem Wasserdampf auf das Zeolith trifft – Wasser wird aufgenommen, dabei entsteht Wärme.

Das Forschungsteam der AEE Intec mit Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel (2. von links)
Das Forschungsteam der AEE Intec mit Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel (2. von links) Foto © Ulla Patz

Das Besondere: Das Speichermedium ist stark verdichtet – 180 Kilowattstunden pro Kubikmeter können gespeichert werden. Verwendete man Wasser als Speichermedium, bräuchte man das dreifache Volumen. Noch ist das Modell für die Massenproduktion nicht geeignet. Zeolith ist noch zu teuer. In einigen Jahren aber, so Weiss, sollte dies möglich sein.

E-Autos

Ein weiteres Forschungsfeld für Wärmespeicher liegt in der Elektroautoindustrie: Hier sind Speichermedien gesucht, die klein sind und das Fahrzeug beheizbar machen, ohne die Batterie zu belasten.

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