So umarmt Nitscha den ganzen Erdball
Helen Wieser baut Brücken - zwischen den einzelnen Nationen, die in der Gemeinde Nitscha leben. Höhepunkt war das erste interkulturelle Neujahrsfest.
Wenn William Shakespeare sagt: "Die ganze Welt ist eine Bühne", dann sagt Helen Wieser aus Nitscha: "Wir umfassen die ganze Welt." Denn in ihrer Recherche, die eigentlich Teil ihrer Ausbildung zur Bibliothekarin war, lernte die "Wahl-Nitschingerin" Menschen aus 15 verschiedenen Nationen kennen, die sich aus den verschiedensten Gründen in der 1400-Einwohner-Gemeinde Nitscha angesiedelt haben.
Wieser selbst kommt aus Neuseeland und lebt seit mittlerweile fast sechs Jahren in der Oststeiermark: "Es gefällt mir hier ausgesprochen gut. Ich hatte auch - obwohl es ein sehr kleiner Ort ist - von Anfang an eigentlich keine Probleme, mich zu integrieren." Da sie Bücher über alles liebt, hat sie beschlossen, ehrenamtlich in der Gemeindebücherei zu arbeiten. Das Programm, das sie dafür absolviert, ist mit einem Projekt verbunden und für Helen Wieser war sofort klar: Ihr Thema wird die Interkulturalität.
Rumänien bis Thailand
Also erstellte sie einen Fragebogen und klopfte gemeinsam mit Bertram Riegler, dem Leiter der Bücherei, an die Türen aller Gemeindebewohner mit Migrationshintergrund. "Wir waren alle sehr überrascht, auf wie viele verschiedene Nationen wir gestoßen sind", sagt Wieser. Von der Schweiz über Rumänien, Ungarn und Belgien bis nach Kanada, Thailand oder eben Neuseeland erstrecken sich die Wurzeln der "Wahl-Nitschinger". Jeder Einzelne bekam einen Fragebogen und Wieser arbeitete diese akribisch aus. "Das Feedback war durch die Bank positiv. Alle haben sich gefreut und die meisten sind nicht nur zur interkulturellen Veranstaltung gekommen, sondern haben auch Gedichte, Lieder oder auch Gerichte aus ihrem Land mitgebracht", sagt sie.
Da für Wieser die Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Thema ist, soll dieses Fest nur eine von mehreren Aktionen sein und die Interkulturalität auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Gemeindeleben von Nitscha spielen. Angedacht sind ein Frühlingsfest und ein original kanadisches Barbecue im Sommer. "Ich muss allerdings sagen, dass das alles ohne die Unterstützung der Gemeinde in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Ich habe wirklich Glück gehabt, dass ich genau hierhergekommen bin!"








