Orkan wird noch wilder als erwartet
Mit 140 km/h braust am Wochenende ein Atlantiktief durchs Ennstal. Heftige Schneefälle erhöhen auch Lawinengefahr enorm. Einsatzkräfte sind gewappnet.

Foto © APAm Samstag Nachmittag wird ein gewaltiger Sturm übers Ennstal ziehen
Am Mittwoch ging die offizielle, schriftliche Warnung der Grazer Zentralanstalt für Meteorologie (Zamg) an die Landeswarnzentrale. Und Meteorologe Albert Sudy musste am Nachmittag bestätigen: "Was anfangs noch eher ungewiss war, mehr Befürchtung als konkrete Feststellung, hat sich nun leider manifestiert: Am Samstag Nachmittag wird ein gewaltiger Sturm übers Ennstal ziehen."
"Sehr arg". Bis zu 140 km/h soll der Orkan in höheren Lagen erreichen, sogar im Süden der Steiermark dürfte der Sturm noch mit satten 100 km/h daherkommen. Vor allem im Donauraum und in Wien ist mit verheerenden Folgen zu rechnen. "Der Sturm wird auf jeden Fall wieder sehr arg, ähnliche Verwüstungen wie bei Paula sind zu erwarten", schätzt Sudy.
Stürmische "Emma"
Sicher ist, dass der nächste Sturm nicht "Dana" heißen wird. Derzeit wird das Atlantiktief von Eingeweihten als "Emma" bezeichnet, was gut klingt, aber, laut Albert Sudy, "auch noch nicht fix ist".
Routiniert.
Darauf ist auch Hans-Peter Scheb, Katastrophenschutzreferent von Liezen eingestellt: "Jetzt treten ganz klare Strukturen in Kraft. Jeder weiß, wer wo gefragt ist, die Einsatzkräfte der Steiermark sind da äußerst routiniert." Die Feuerwehren seien bereit, das Bundesheer längst informiert, Rotes Kreuz startklar. Erschwert wird der erwartete und dramatische Großeinsatz aber durch eine weitere Wetterkapriole. Zamg-Klimatologe Alexander Podesser hat leider noch eine schlechte Nachricht: "Die Lawinenwarnstufe steigt in der Obersteiermark auf Stufe vier von fünf möglichen. Das bedeutet große Gefahr." Bis Montag soll der Orkan nämlich einen halben Meter Neuschnee in den Norden tragen.
Lawinengefahr.
Enorme Kosten Der jüngsten Entwicklung blickt Scheb insgesamt sehr sorgenvoll entgegen. "Dieser Sturm wird unsere Landschaft, das ganze Ennstal verändern." Schon jetzt sind Bergkämme kahl, Schnee und Starkregen werden Lawinen und Muren zur Folge haben. "Es ist überhaupt nicht abzuschätzen, wie gewaltig die Folgekosten dieser Katastrophen sein werden. Allein was an Baumaßnahmen nötig sein wird, weil die Bäume fehlen."
Nicht zuletzt aus "Paula" habe man aber enorm viel dazu gelernt. Die Öffentlichkeitsarbeit inklusive Frühwarnsystem der Meteorologen funktioniert laut Scheb bestens.









