Blasmusik statt Rallyelärm
In Naas wird am Sonntag der siebente Lauf zum Bergrallyecup ausgetragen. Die Premiere in Mariazell bleibt hingegen aus.
MOTORSPORT. Erstmals hätte in Mariazell eine Bergrallye stattfinden sollen, das große Cupfinale am 30. September. Doch bei der Renn-Besprechung am Donnerstag stieg die Gemeinde Mariazell voll auf die Bremse - Absage. "Das sehen wir überhaupt nicht ein", ärgert sich Wolfram Doberer. Der Mariazeller hatte das Rennen mit dem Racingteam ZKW aus Langenwang geplant. "Wir hatten die Zusage des Stadtrates und von Bürgermeister Josef Kuss", so Doberer. "Die Absage ist schlecht für Mariazell, schlecht für die Bergrallye."
Kuss erklärt die Absage mit "schlechter Kommunikation". Dass die Bergrallye an diesem Sonntag von 13 bis 17 Uhr dauere, war ihm bekannt, aber von Trainingsläufen am Vormittag will er nichts gewusst haben. "Am Vormittag haben wir das ganze Jahr über Gottesdienste, an jenem Sonntag sogar die österreichische Blasmusik-Wallfahrt mit Tausenden Teilnehmern. Trainingsfahrten mit 80 Rennautos im Halbminuten-Takt sind da unmöglich! Hätte ich davon früher gewusst, hätte ich nie zugestimmt."
Die Veranstalter haben einen "flexiblen Zeitplan rund um den Gottesdienst" angeboten, jedoch ohne Erfolg. Jetzt rechnen sie mit einem Schaden von 30.000 Euro. Bürgermeister Kuss tut die Absage leid: "Außer Sonntag Vormittag ist jeder Termin möglich. Leider. Weihnachten und Ostern kann man auch nicht an einem Tag veranstalten."
In Naas bei Weiz wurden alle Hausaufgaben gemacht. Sogar Wolfgang Schauer, der Vorsitzende des Bergrennsports in der OSK (Oberste Nationale Sportkommission), unterstützt die Vorbereitungen. "Hoffentlich wird es nicht zu heiß, damit die Zuseher zahlreich zu uns und nicht ins Freibad gehen", sagt Mitveranstalter Stefan Wiedenhofer vom WRC-Team, das am Sonntag (Training: 9, Rennen: 13) zum zweiten Mal das Rennen in Naas veranstaltet und sich auch schon vier Mal bei der Organisation des Eisrennens am Zenzsee bewährt hat. "Heuer wollen wir noch einen draufsetzen." Mehr als 90 Fahrer sind dabei. Zudem fungiert Bergrallye-Legende Hanspeter Laber erstmals als Rennleiter.
Den emotionalen Höhepunkt gibt es schon heute: Um 18 Uhr wird Mitveranstalter Reinhard Schlegl im Fahrerlager eineinhalb Jahre nach seinem schweren Unfall in Lödersdorf sein neues Fahrzeug (Subaru WRX STI) präsentieren. CHRISTOPH HEIGL,
MICHAEL LORBER
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