Landjugend Leska band 19 Meter hohen Palmbuschen
19 Meter hoch ist der Palmbuschen, den die Landjugend Leska gebunden hat. Mit Sinn für Ästhetik, viel Fingerspitzengefühl und Hexenleitern als Krönung des Wipfels.

Foto © Marija KanizajDie Landjugend Leska legte sich gehörig ins Zeug
Weiche Palmkätzchen, kleines Buchsbaum-Geäst, Weidenzweige oder bunte Bänder - sie sind Ingredienzien zum traditionellen Palmbuschen. Unzählige von ihnen werden am Samstag in der ganzen Steiermark zur Palmweihe getragen, einer wird sie alle überragen. Seit mittlerweile 18 Jahren bindet die Landjugend Leska in Mortantsch ihren XXXL-Palmbuschen - mit 19 Metern Höhe passt er gerade noch in die Weizbergkirche.
Wieso die Landjugendlichen damals, vor 18 Jahren, in diesen Höhenrausch verfallen sind, wissen die Burschen heute nicht mehr. "Angefangen hat's mit dem Raser Hans", erzählt der nunmehrige Landjugend-Obmann Josef Konrad vom Obmann von vor 18 Jahren. "Wahrscheinlich sind die damals einfach z'sammgesessen und haben sich das ausgedacht", schmunzelt Konrad, der als Obmann auch die Oberaufsicht über den Riesenbuschen hat, der in der Waagrechten aufgebahrt in der Halle "beim Schaffler" liegt.
Um ihn herum sind die Aufgaben klar verteilt. Georg Weber ist der Schieber. "Das geht auf die Finger", sagt Weber. Er ordnet Wiedn - Mortantsch für Weidenzweig - an Wiedn, dreht sie in die richtige Position und schiebt sie dann unter die Drahtfixierung. Und das seit 15 Metern. "Wir haben leider noch keine Wiedn in der Länge gefunden", erklärt Weber lachend die Anstückel-Arbeit.
Christian Macher hat alle Hände voll zu tun. Mit beiden Armen voller Wiedn steht er neben dem Schieber. "Anspitzen und halten", beschreibt er seine Aufgaben. Als "Frischling", er ist erst seit heuer bei der Landjugend, hält sich seine Verantwortung noch in Grenzen.
Anton Weissenbacher, der "Touni", ist der Ästhet in der Runde. "Ich schau drauf, dass es schön wird", sagt er und schlichtet Wiedn an Wiedn, sodass man kein Fleckerl vom Baumstamm darunter mehr sieht.
"Wie soll'n die Ringerl bis nach Weiz kommen, wenn's jetzt scho' aufgehen", ruft Obmann Konrad in Richtung des "süßen Harry". Sein (angebliches) Spezialgebiet: Ringerl schnüren. "Damit man den Draht net sieht, binden wir die Weiden-Ringerl drüber", beschreibt Harald Tändl, vulgo Süß, seinen Job. Und mitzählen sollte er nicht vergessen, denn es gilt: pro Ringerl ein Maß Bier. Und 30 sind es nach 15 Metern schon.
Den letzten Aufputz verpassen die Mädchen der Landjugend dem Palmbuschen. Hexenleitern falten sie aus buntem Krepppapier, die werden aber erst kurz vor dem Einzug in die Kirche befestigt. "Sonst schauen die nicht mehr schön aus", sagt Sandra Stadtegger.
Am Samstag um 6 Uhr werden die 19 Meter Palmbuschen geschultert und mit einem einstündigen Marsch zur Weizbergkirche transportiert. Und dort kann die versammelte Landjugend nur hoffen, dass das Kirchendach hoch genug für ihren Buschen ist.








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