16-jährige Ernst ist die jüngste Weltmeisterin aller Zeiten
Die erst 16-jährige Johanna Ernst eroberte bei der Kletter-WM in China Gold im Vorstieg.

Foto © GEPAJohanna Ernst
Sie steht auf dem Gipfel ihre noch jungen Karriere: Johanna Ernst eroberte bei der Kletter-WM in der chinesischen Stadt Xining Gold im Vorstieg (Klettern am Seil). "Dass ich bei meiner ersten WM gleich Gold hole, ist ein Hammer. Ich kann's noch gar nicht fassen", war Johannas erster Kommentar. Damit konnte die Tirolerin, die von 1995 bis 2006 in Preding bei Weiz gelebt hat, ihrer Erfolgsgeschichte ein weiteres, bedeutendes Kapitel hinzufügen. Johanna Ernst war im Vorjahr bereits Europameisterin und Weltcup-Gesamtsiegerin.
Aus dem Kopf verdrängt. "Wir haben auf WM-Gold hingearbeitet. Dass es der Titel tatsächlich geworden ist, ist ganz einfach phänomenal", bestätigt Johannas Mutter Brunhild. Und Vater Robert verrät das Erfolgsgeheimnis in China: "Johanna war im Semifinale die Nummer eins, so ging sie als achte und letzte Athletin ins Finale. Sie hat dann mitbekommen, dass es die Koreanerin Kim Jain bis zum Toppunkt geschafft hatte. Um Gold zu holen, musste auch sie bis zum Ende durchsteigen. Das hat Johanna aber aus ihrem Kopf verdrängt. Sie hat sich nur aufs Klettern konzentriert und das ist voll aufgegangen. Meine Tochter kletterte top und wurde aufgrund der Semifinalplatzierung vor der Koreanerin gereiht", strahlte der Herr Papa.
Zufall. Johannas Karriere begann eigentlich durch einen Zufall. Die junge Steirerin, die sich zunächst dem Turnen und Fechten verschrieben hatte, war mit ihrer Familie in Osttirol auf Urlaub. Dort stand eines Tages Klettern auf dem Programm. Und die damals Achtjährige verblüffte die Experten total. Die waren der Meinung, Johanna müsse schon einige Klettererfahrung haben, so hat sie bei ihrem allerersten Versuch beeindruckt.
"Richtiges Zarterl." Zurück in der Steiermark suchte sich Johanna einen Verein. Doch dort wurde sie nicht ganz "Ernst" genommen. "Johanna war damals ein richtiges Zarterl, 1,35 Meter groß und keine 40 Kilogramm schwer", erinnert sich Robert Ernst zurück. "Die Ärzte wollte sie sogar mit Wachstumshormonen behandeln. Da habe ich aber mein Veto eingelegt", so Robert Ernst, der als Sportarzt in Gleisdorf praktiziert hatte. Bis 2006. Dann ist die Familie nach Sistrans in Tirol übersiedelt. "Eineinhalb Jahre sind wir nahezu wöchentlich nach Innsbruck zum Training gefahren. Da war die Übersiedlung nur logisch", erzählt Robert Ernst.
Features
WM-Finali
Herren, Bouldern:
1. Alexej Rubzow (RUS)
2. Rustam Gelmanow (RUS)
3. David Barrans (GER)
Weiter: 5. Kilian Fischhuber (AUT)
Damen, Vorstieg:
1. Johanna Ernst (AUT)
2. Kim Jain (KOR)
3. Maja
Vidmar (SLO)
Weiter: 5. Angela Eiter (AUT)
7. Barbara Bacher
(AUT)
Nicht im Finale:
10. Bettina Schöpf (AUT)
14. Christine
Schranz (AUT)
19. Sabine Bacher (AUT)








