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Zuletzt aktualisiert: 05.05.2011 um 21:16 UhrKommentare

Damit sie nie vergessen sind

Der "Todesmarsch" führte die jüdischen Zwangsarbeiter im April 1945 auch durch Gleisdorf. Mit Apfelsteigen als Symbol wird ihrer gedacht - und der Menschen, die ihnen halfen.

Mit Apfelsteigen voller Symbole, Schlagworte und Zeichnungen neben dem Holocaust-Mahnmal in Gleisdorf wird der Opfer dieser Zeit gedacht

Foto © Sonja SchreiMit Apfelsteigen voller Symbole, Schlagworte und Zeichnungen neben dem Holocaust-Mahnmal in Gleisdorf wird der Opfer dieser Zeit gedacht

Apfelsteigen voller Schrift und Zeichnungen türmen sich seit gestern rund um das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Gleisdorf. "Sie sind ein stummes Symbol für die stillen Helden von damals", sagt Renate Meissner vom Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus. Die "stillen Helden" sind all jene Frauen und Männer der Region um Gleisdorf, denen man nachsagt, im April 1945 vor allem Holzsteigen mit Äpfeln für die jüdischen Zwangsarbeiter bereitgestellt zu haben, die auf ihrem "Todesmarsch" von Ungarn auch die Oststeiermark durchquerten. "Eine kleine Geste des Mitgefühls, die damals aber unglaublich viel Mut und Zivilcourage erfordert hat", sagt Wolfgang Seereiter, Volksschullehrer in Wetzawinkel.

Um gerade am gestrigen Holocaust-Gedenktag an diese "Helden" und natürlich auch an die Opfer zu erinnern, haben sich Seereiters Schüler aus Wetzawinkel genau wie die Schüler fünf anderer Schulen aus dem Raum Gleisdorf wochenlang mit diesem dunklen Kapitel unserer Vergangenheit beschäftigt.

Im Mittelpunkt standen dabei aber auch immer Fragen wie: "Was hat das mit mir zu tun?" oder: "Bei welchen Gelegenheiten braucht es in unserem Alltag Zivilcourage?" Die Schülerinnen und Schüler fanden so manche griffige Antwort darauf: "Viele werden ausgelacht, weil sie anders sind. Aber wie man geboren wird, so wird man geboren und da kann man nichts dafür", sagten zwei Schüler. Auch auf den Kisten finden sich die Gedanken der Schüler wieder: "Jeder ist irgendwo fremd", steht da zum Beispiel geschrieben, oder: "Lernt aus der Vergangenheit."

Die Apfelsteigen-Installation wird zwei Wochen lang beim Mahnmal hinter dem Gleisdorfer Rathaus zu sehen sein. Dann werden die Kisten wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben und so möglicherweise am Marktplatz neuerlich zum Nachdenken anregen.

SONJA SCHREI

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