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Zuletzt aktualisiert: 20.04.2012 um 20:17 UhrKommentare

Mittelschule oder Gymnasium?

In Gleisdorf wurde ein neues System entwickelt, das Eltern die Schulwahl für deren Kinder leichter machen soll. Dabei sind nicht nur die Schulnoten wichtig.

Die Gleisdorfer Volksschuldirektorin Sonja Wolf nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wenn sie über das Schulsystem spricht: "Es ist krank", sagt sie und meint die Trennung der Schüler nach der vierten Schulstufe. Der Effekt sei, dass zwei Drittel der Eltern meinen, ihr Kind müsse ins Gymnasium gehen. Dabei sei überhaupt nur ein Drittel der Kinder dafür gut geeignet.

Denn Noten alleine, meint Schuldirektorin Wolf, würden nichts über die Potenziale der Kinder aussagen. Daher hat sie mit der Pädagogischen Hochschule, dem Gymnasium und der Hauptschule Gleisdorf ein alternatives Modell erarbeitet, nach dem die Eignung der Kinder für das Gymnasium oder doch eher für die Neue Mittelschule besser abgeschätzt werden kann.

Nach dem ersten Halbjahr der dritten Klassen werden die Schüler nach anderen als reinen Wissenskriterien bewertet: Da geht es um Arbeitshaltung und Motivation, Konzentrationsfähigkeit, seelische Belastbarkeit oder Interesse an Bildung, um nur einige der zehn Bereiche zu nennen. Im Herbst des nächsten Schuljahres erfolgt die zweite Runde, um zu sehen, wie sich das Kind verändert hat.

Bewertung

Wer bewertet? Eltern, Lehrer und auch die Kinder selbst schätzen sich ein - während des Unterrichts mit speziellen Übungen. "Die Kinder sollen so für ihre Eltern transparent werden", sagt Wolf. Bei Problemen in dem einen oder anderen Bereich könne, so die Eltern dies wünschen, eine Lerntherapeutin besucht werden. Die Stadtgemeinde Gleisdorf übernimmt die Kosten für die erste Stunde.

Entscheidungshilfe

Diese Bewertung könne eine Entscheidungshilfe dafür sein, ob ein Kind reif für ein Gymnasium ist. "Es kann auch so ausgehen, dass das Kind zwar nicht die besten Noten, aber eine perfekte Arbeitshaltung und -willigkeit hat, was ein Argument für das Gymnasium sein kann", sagt Wolf.

Durchgeführt wird dieses System an den fünf Volksschulen, die in Gleisdorf eingesprengelt sind - auf freiwilliger Basis. In Gleisdorf hat sich ein Drittel der Eltern angemeldet.

Wolf will das Modell auch anderen Volksschulen zugänglich machen: Wer interessiert ist, möge sich an der Volksschule Gleisdorf melden.

ULLA PATZ

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ROBERT BREITLERNeues System von ROBERT BREITLER

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