Durch die Hölle auf den Tennisthron
Die Gleisdorferin Waltraud Posch holte den Staatsmeistertitel im Rollstuhltennis.
ROLLSTUHLTENNIS. Das Schicksal kann unberechenbar sein. Das größte Hobby von Waltraud Posch, der Tennissport, veränderte ihr Leben auf einem Schlag. 2002 rutschte Posch beim Spielen aus, daraus folgende Komplikationen hatten eine Amputation beider Beine zur Folge. "Ich bin durch die Hölle gegangen", sagt Posch. Aber die Gleisdorferin hat nicht aufgegeben und sich ihrem Schicksal gestellt. Dank ihrer Familie und des Tennissports ging es wieder bergauf. "Man braucht ein Hobby, sonst dreht man durch. Beim Rollstuhltennis habe ich neue Bekannte gefunden, von denen ich lernen und profitieren konnte."
Obwohl Posch das Tennisspiel im Rollstuhl komplett neu erlernen musste, nahm sie die Herausforderung an, und einige Erschwernisse in Kauf. Rund fünf Mal pro Woche trainiert die 46-Jährige, muss dafür aber nach Graz, Kirchberg oder Stainz ausweichen. "Die Tennishalle in Gleisdorf ist nicht Rollstuhlgerecht." Sehr gute Ergebnisse bei Turnieren waren der Lohn ihrer Mühen, der Staatsmeistertitel setzt ihrer Karriere nun die Krone auf.
Vor der Winterpause folgen nun Bewerbe in Sardinien und Frankreich, dabei begleitet die Alleinerziehende ihr elfjähriger Sohn. Übernachtet wird im Auto, das dafür umgebaut wurde. "Ich habe eine kleine Pension, das geht nicht anders", sagt die Mutter von drei Kindern.
Ziele hat Österreichs Nummer zwei noch viele: nächstes Jahr unter die Top 25 der Welt kommen, 2016 zu den Paralympics nach Brasilien. Und dass aufgeben für Posch nicht infrage kommt, hat sie schon mehrfach eindrucksvoll bewiesen. SANDRA MATHELITSCH








