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Zuletzt aktualisiert: 28.08.2011 um 21:18 UhrKommentare

Zukunft der Zwetschke heißt "bio"

Ein Bioprojekt verspricht den Neustart der in Probleme geratenen steirischen Zwetschke. Die Natur ist eines der größten Hindernisse.

Genuss der steirschen Zwetschken ist getrübt

Foto © PrivatGenuss der steirschen Zwetschken ist getrübt

Die Ernte der steirischen Zwetschke ist so gut wie abgeschlossen. Die Früchte sind wieder sehr gut geworden. Dennoch steht es nicht gut um die heimische Zwetschkenproduktion. Sie ist auf nur noch ein Drittel des Wertes von früher geschrumpft. Wird nicht bald gegengesteuert, sieht Wolfgang Mazelle, Obstexperte der Landwirtschaftskammer, gar den Namen der steirischen Zwetschke gefährdet.

Günter Oswald, dessen Obsthandelsfirma in der Weststeiermark der süßen blauen Frucht schon lange verbunden ist, nennt die Gründe. Die schlechte Qualität importierter Zwetschken habe zum einen die Konsumenten nachhaltig enttäuscht und zum anderen die heimische Produktion ins Eck gedrängt.

Doch es gibt eine Gruppe, die an die Zwetschke und ihre Zukunft glaubt. Neben Mazelle und Oswald sind das Landwirte wie Dieter Reif in Wolfsgruben bei Gleisdorf. Ihr Zauberwort ist "bio", also der Versuch, eine steirische Biozwetschkenproduktion aufzubauen. Denn nur so sieht Reif überhaupt eine Chance, mit der sich auch eine Existenz sichern lässt.

Der Feind meines Feindes

Die Tücke bei Biozwetschken ist die Fülle an Schädlingen, welche diese Pflanze und ihre Früchte während des ganzen Jahres bedroht. Mazelle erinnert daran, dass die Probleme der Zwetschkenbauern auch mit einem Baumvirus begannen, der ähnlich heimtückisch wie die gefürchtete Apfelbaumseuche Feuerbrand wirkt.

Die ökologische Landwirtschaft lässt aber nur die entsprechend "grünen" Methoden des Pflanzenschutzes zu. So rückt Reif dem gefährlichen Insekt Pflaumenwickler mit einer Art hormoneller Verwirrung zu Leibe. Nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" schaffen die Zwetschkenpioniere Lebensraum für die Feinde ihrer Schädlinge. Höhe- und Endpunkt dieser Strategie ist die Erweiterung der Hagelnetze zu einem Netzkäfig, der bis zum Boden reicht und möglichst dicht abschließt. Reif ist mit seiner 2000 Quadratmeter großen Versuchsanlage zufrieden. Insekten aller Art können seinen Biozwetschken nichts mehr anhaben.

JOHANNES KÜBECK

Foto

Foto © Kükeck

Bild vergrößernWenn eine Zukunft, dann mit Biozwetschken: Dieter Reif Foto © Kükeck

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