Einen Neustart machen
Das Projekt "Neustart Grundbildung" richtet sich nun auch an oststeirische Unternehmen, um Mitarbeitern grundlegendes Wissen beizubringen.
Für viele Menschen ist es nach wie vor ein Tabuthema. Die Zahlen beweisen jedoch, dass Grundbildungsdefizite bis hin zu Analphabetismus eine nicht zu unterschätzende Tatsache darstellen. "Etwa 100.000 Menschen in der Steiermark haben Probleme beim Lesen, Schreiben oder Rechnen", erzählt Gottfried Walter, Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Gleisdorf.
Deshalb bietet das AMS Gleisdorf mit dem Verein für innovative Sozialprojekte (ISOP) seit zehn Jahren für die gesamte Oststeiermark das Projekt "Neustart Grundbildung" an. "Mit großem Erfolg", wie Walter hervorhebt. Rund 60 Oststeirerinnen und Oststeirer nehmen pro Jahr dieses Angebot in Anspruch. "Rund 60 Prozent erreichen danach das Ziel ,Beschäftigung' beziehungsweise eine weiterführende Qualifizierung", sagt Walter.
Bisher war das Projekt großteils an Beschäftigungslose gerichtet. Seit Oktober wendet sich das AMS aber auch direkt an Unternehmen. "Die zunehmende Digitalisierung stellt für alle eine Herausforderung dar", erklärt Projektleiterin Rosi Zarfl. Die Verwendung der Schriftsprache nehme stetig zu, sei es durch die Benutzung des Internets oder einfach durch das Schreiben eines SMS. Um sich dabei besser zurechtzufinden, wählte man einen sehr individuellen Zugang. "Man kann sich einfach anmelden und durch ein Infogespräch wird herausgearbeitet, in welchen Bereichen Defizite bestehen", so Zarfl weiter. Danach startet man mit Einzelunterricht. "Der dauert je nachdem zehn bis 20 Stunden", sagt Zarfl. Schlussendlich arbeiten die Teilnehmer in Kleingruppen weiter.
"Wenn ein Unternehmen möchte, dass seine Mitarbeiter daran teilnehmen, können wir darauf eingehen, was in dem Betrieb genau benötigt wird", ergänzt Peter Webhofer, der das Projekt steiermarkweit betreut.
Features
Kommentar
NEUSTART GRUNDBILDUNG
Das Projekt von AMS und ISOP arbeitet Bildungsdefizite in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen auf.
Finanziert wird das Projekt durch das Arbeitsmarktservice.
Kontakt: Rosi Zarfl (Tel. 0699-14 60 00 02) oder über das AMS Gleisdorf (Tel. (03112) 2577).








