Mit Mut und Zivilcourage
Die Zeitzeugin Hermine Liska begehrte gegen den Nazi-Wahnsinn auf. Ihre Geschichte erzählt sie auch in Schulen in der Region.

Foto © PrivatDie heute 80-jährige Hermine Liska erzählt Schülern, wie sie die Nazi-Zeit trotz Widerstands überlebte
Als achtjähriges Mädchen weigerte sich Hermine, in der Schule in ihrem Kärntner Heimatdorf mit "Heil Hitler" zu grüßen. Sie wurde verspottet, bestraft, erhielt schlechte Noten. Mit elf Jahren wurde das mutige Mädchen ihren Eltern, gläubigen Zeugen Jehovas, weggenommen und in zwei nationalsozialistische Umerziehungsheime gesteckt. Erfolglos - das standhafte Mädchen weigerte sich, nationalpatriotische Lieder zu singen oder mit dem gestreckten Arm zu grüßen.
Hermine überlebte, wie auch ihre Eltern und vier Geschwister, die Gräuel der Nazi-Zeit.
Heute ist die rüstige Hermine Liska 80 Jahre alt und eine der gefragtesten Zeitzeuginnen der Republik. In den vergangenen zehn Jahren erzählte sie in rund 350 Schulen von ihrer Kindheit und Jugend in der NS-Zeit. Etwa 80.000 Schüler beeindruckte sie mittlerweile damit, was es bedeutet, Mut und Zivilcourage zu zeigen.
"Es geht in den Schulen heute weniger darum, ob jemand mit Heil Hitler grüßt, sondern um Toleranz und darum, dem Gruppenzwang zu widerstehen. Etwa beim Rauchen oder beim Komasaufen", erklärt die agile 80-Jährige, die in St. Bartholomä bei Graz wohnt. Sie stellt den jungen Leuten von heute ein gutes Zeugnis aus: "Sie sind sehr aufmerksam und sehr interessiert."
In den kommenden zwei Wochen ist Hermine Liska in Schulen des Bezirkes zu Gast. "Erziehungsprobleme eines Diktators" heißt die Filmdokumentation, die gezeigt wird. Produziert wurde die DVD vom Unterrichtsministerium und dem Verein "Lila Winkel". Die Vereinigung mit Sitz in Empersdorf leistet Gedenkarbeit für die NS-Opfergruppe der Zeugen Jehovas.
Am 11. Mai kommt Liska in die Hauptschule 1 in Birkfeld, am 12. Mai in die Hauptschule Anger und am 19. Mai in die Sonnenhauptschule Gleisdorf.







