Radiosendung für die Rechte von Menschen
Von Gleisdorf aus koordiniert Timon Scheuer gemeinsam mit zwei Kollegen eine Sendung von Amnesty International für Radio Helsinki.
Dass es keinen Radiosender in der Region gibt, hält den Gleisdorfer Timon Scheuer und seine Kollegen Kristina Nesper und David Reibenschuh von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International nicht davon ab, hier eine Sendung für das in Graz beheimatete "Radio Helsinki" zu produzieren. Bisher läuft die Aktion so gut, dass bald expandiert wird.
Seit wann engagieren Sie sich für Amnesty International und was sind Ihre persönlichen Beweggründe dafür?
TIMON SCHEUER: Ich bin inzwischen mehr als zwei Jahre dabei. Ausschlaggebend war, dass ich von meinem generellen, informativen und politischen Interesse her selbst aktiv werden wollte. Da ich mit der Parteipolitik nichts anfangen konnte und kann, habe ich mir drei Alternativen herausgesucht: Greenpeace, Attac und Amnesty.
Warum haben Sie alle sich schließlich konkret für Amnesty entschieden?
KRISTINA NESPER: Weil Amnesty International mit dem Schutz der Menschenrechte einen allgemein breiten und sozial akzeptierten Ansatz bietet und es eine Art der Gesellschaftskritik ist, mit der man äußerst konstruktiv arbeiten kann.
Bitte geben Sie einen kurzen Überblick, wie die Radiosendung bisher gestaltet war.
SCHEUER: Die Radiosendung ist erst in der Zeit entstanden, seit ich bei Amnesty bin, und ich habe vom ersten Moment an die Koordination übernommen, da ich finde, dass Radio ein gutes Informationsmittel ist. Bisher produzieren wir jede zweite Woche eine Sendung, die dann immer mit einem Wiederholungstermin läuft.
Welche Themen behandelt die Sendung?
SCHEUER: Die Themen bestimmen wir immer in der Gruppe, die Ausführung kann dann verschieden ablaufen. Fix ist der "Newscrash" am Anfang, wo wir Aktuelles aus der ganzen Welt bringen, und die Kurzinterviews mit mehreren Leuten auf der Straße am Schluss. Gegen Ende der Produktion häufen sich die Audiodateien bei mir an und ich produziere das alles zuhause in Gleisdorf fertig.
Wie sieht es mit der Musik aus?
DAVID REIBENSCHUH: Von Anfang an war es uns wichtig, die Musik aufs Thema hin auszurichten, damit auch die Pausen thematisch stimmig sind. Ich habe selbst eine Vorliebe für anspruchsvolle Texte und so war es nicht so schwer, die passende Musik zu finden.
Was gab es bisher für Themen?
NESPER: Wir haben uns zum Beispiel den Internationalen Tag der Frauen zum Anlass genommen, um zwei Sendungen zu gestalten. Die eine drehte sich um Frauenrechte, die andere um Gewalt gegen Frauen. Aber auch Rassismus oder die Thematik der Kindersoldaten haben schon eine Rolle gespielt.
Was plant Amnesty International für die Zukunft?
SCHEUER: Es gibt eine Veränderung des Radioprogramms. Da sowohl Radio Helsinki als auch wir mit dem Projekt sehr zufrieden sind, sind andere NGOs darauf aufmerksam geworden und möchten gerne mitmachen. Das Ganze nennt sich dann "In Graz verstrickt" und basiert auf einer Plattform, die im Prinzip nichts Anderes tut, als zivilcouragierte Gruppen lokal zu vernetzen. Für die Sendung hat das nur die Auswirkung, dass das Themenspektrum größer wird, da auch Greenpeace oder Attac ihre Inhalte einbringen.
Wie viele Menschen werden an diesem Projekt beteiligt seiin?
REIBENSCHUH: So an die 25 Personen, allerdings laufen dann alle Fäden in Gleisdorf zusammen, wo schlussendlich produziert wird. Ab Mai wird es dann jede Woche eine neue Sendung geben, die mit einer breiteren Themenstreuung noch mehr Menschen anspricht. INTERVIEW: K. ZIMMERMANN
Features
AMNESTY IM RADIO
Ab Mai kann man "In Graz verstrickt" donnerstags um 16 Uhr und die Wiederholung samstags um 15 Uhr hören.
Radio Helsinki ist ein freies Radio in Graz, das auch über Internet empfangen werden kann: www.helsinki.at
Amnesty International ist eine NGO, die sich vor allem mit den Menschenrechten beschäftigt.








