Federleichte Erfolge dank schwerer Arbeit
Wolfgang Schmidt bringt rund 180 Kindern das Spiel mit dem Federball bei.
In einer Zeit, in der Jugendliche nur noch mit Alkohol, Drogen und seelischen Problemen in Verbindung gebracht werden, tut es gut zu wissen, dass es auch noch andere gibt. Zum Beispiel jene 180 Kinder, die bei Wolfgang Schmidt jede Woche Badminton spielen. Die Leistungskaderspieler trainieren fast täglich, andere besuchen einmal in der Woche einen Kurs, wieder andere spielen an ihren Schulen. Gemeinsam haben sie neben ihrem Trainer die Freude an dem Sport mit dem Federball. Wolfgang Schmidt zeigt ihnen die richtige Schlag- und Lauftechnik, aber auch jede Menge taktische Tricks. Er ist Österreichs einziger hauptberuflicher Badmintontrainer.
Die vielen Trainingseinheiten, aber auch administrativen Aufgaben für seinen 1997 gegründeten Verein Drop In Graz unter einen Hut zu bringen, benötigt vor allem eines: ein gutes Zeitmanagement. Bis zu 70 Stunden in der Woche wendet er inklusive Turnieren am Wochenende auf. "Aber die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Freude. Da bekommt man viel zurück. Nur für die Freundin bleibt etwas wenig Zeit", erzählt Schmidt.
Wie kommt man als Bautechniker dazu, alles hinzuschmeißen, um in einer Randsportart den Sprung in die Selbstständigkeit zu riskieren? "Ich hatte zahlreiche Jobs, aber irgendwie habe ich im Badminton meine Berufung gefunden", sagt der 37-Jährige, der "in einer Fußballerfamilie" in Gleisdorf aufgewachsen ist und dort mit zwölf Jahren zum Badminton-Verein gekommen ist. Seinen eigenen Klub hat er aufgebaut, "weil ich in der Szene etwas verändern wollte".
Schmidt hat einige Spieler aufgebaut, die Eckpfeiler im steirischen Badminton-Leistungszentrum sind und bereits die österreichischen Ranglisten dominieren. Allen voran sind das Karin Seebacher, Elisabeth Müller und Christoph Muhri. Dass sie in der Vereinsstruktur viel fürs Leben lernen und etwas für ihre Gesundheit tun, ist mehr als eine positive Nebenerscheinung.
Features
Fakten
Wolfgang Schmidt
Geboren am 24. April 1972
Heimatort: Gleisdorf
Wohnort: Graz
Beruf: Bautechnischer Zeichner
Berufung: Badmintontrainer
Verein: Drop In Graz
Partner: Volksschulen Engelsdorf, Waltendorf und Jägergrund, Attention-Badmintoncenter, Injoy Mariatrost, Askö und steirisches Badminton-Leistungszentrum







