50 Jahre und kein bisschen leise
Die ersten Proben des Gleisdorfer Orchesters, heute Kammerorchester, fanden in der Direktion der Musikschule statt. 50 Jahre mit Glanzlichtern und Pannen sind seither vergangen.

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Im Herbst 1959 startete der Gleisdorfer Musikschuldirektor einen Aufruf. Er suchte Musiker, die Lust hatten, ein Streichorchester zu gründen. Karl Schabl, der Vater des heutigen Musikschuldirektors Gunter Schabl, "residierte" damals in einem "Hexenhäuschen", wie Gunter Schabl sagt, im Kristanhaus in der Jahngasse.
Und tatsächlich kamen einige Laienmusiker in der Direktion zusammen, die mit Musiklehrern das Streichorchester bilden wollten. Die Direktion sollte auch der Proberaum werden. "Das Zimmer war so klein", sagt Gunter Schabl, dass die Leute vor der
Probe die Direktion ausräumen mussten." So schleppten sie sogar den Schreibtisch des Direktors auf den Gang, um Platz zu schaffen. Margit Wagner hat das allerdings nicht erlebt. Obwohl sie mit Pausen seit 40 Jahren Mitglied des Orchesters, das sich heute "Kammerorchester Gleisdorf nennt", ist.
Läufe verklebt
1969, Wagner war damals 14 Jahre alt, kam sie zur ersten Probe. "Wir haben die Kindersinfonie gespielt", sagt sie. Für die, deren Finger nicht so schnell laufen wollten, habe es eigene Noten gegeben. "Karl Schabl hat die schwierigen Läufe überklebt und einfachere Noten hingeschrieben", erzählt Wagner.
Pannen natürlich gab es auch. "Viele Jahre ist es her", erzählt Wagner, "da merkte ein Geiger in der ersten Reihe mitten im Konzert, dass er für ein Stück seine Noten nicht dabei hatte. Er drehte sich um, schnappte die Noten vom Pult hinter ihm und schon wurde gespielt." Die Kollegin ohne Noten musste das ganze Stück hindurch so tun, als spielte sie. "Ich werd' narrisch, ich werd' narrisch, hat sie die ganze Zeit geflüstert", sagt Wagner schmunzelnd.
Heute probt die rund 20-köpfige Stammgruppe einmal pro Woche. Auch lustig ginge es dabei zu. "Der Gunter singt, tanzt, stampft, um zu zeigen, wie etwas klingen soll", erzählt Wagner. "Der Gunter", das ist Gunter Schabl, Sohn des Begründers und heute Leiter des Orchesters und der Musikschule. Wer das Orchester hören möchte, hat am 29. November Gelegenheit dazu.









