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Zuletzt aktualisiert: 01.11.2009 um 18:33 UhrKommentare

"Ich war noch niemals in Rio"

Zum Sechziger kommt Fritz Willingshofer, der Stoakogler-Chef, ein bissl ins Philosophieren.

Einen Schokorechn von der Familie bekam Fritz Willingshofer

Foto © KanizajEinen Schokorechn von der Familie bekam Fritz Willingshofer

"Alles Gute zum 60er!" Fritz Willingshofer lacht beim Öffnen der Haustür übers ganze Gesicht. Hoch über dem schmucken Örtchen Gasen wohnt der Chef der legendären Stoakogler. Vulgo "Petschenhofer". Zwischen steilen Hängen, auf denen die Schafe immer noch Gras zupfen. "Kummt's eina", deutet der Jubilar. Und Gold hängt an der Wand. Viele goldene Schallplatten als Symbol für den Erfolg mit den Stoakoglern.

Geschenke? "Einen Rechen hab ich gekriegt", lächelt Fritz in die Runde seiner Lieben. "Damit ich mich auch mit 60 nicht vor der Arbeit drücken kann." Die Schokolade darf natürlich nicht fehlen. "Meine heimliche Schwäche." Seine Lieben, das sind Gattin Christine, mit der Fritz am Tag nach dem 60. Geburtstag 39. Hochzeitstag feiert. Und natürlich die Töchter Irmgard, Christine, Monika sowie Sohn Gerhard. "Es braucht nix Großes zum Glücklichsein", betont das Familienoberhaupt. "Meine Familie, meine Arbeit als Bauer, die Musi - das ist das Leben." Sagt der "Ober-Stoani". Und wird gleichzeitig ein bissl nachdenklich. "Wennst hörst, dass sich einer scheiden lässt. Oder Kinder nicht zu den Eltern halten. Sapperlot, das sind oft arme Hund" . . . Aber weil bei den Willingshofers der Haussegen grad hängt, erzählt Fritz dann lieber vom herannahenden siebenten Enkerl. "Im Jänner wird es soweit sein. Und alle bei uns rätseln, was es wird." Simon, Laura, Marlen, Sarah, Magdalena, Pia sind schon da.

Anruf vom Moik Koarl

"Wer ist das jetzt?", greift Fritz Willingshofer zum Handy. "Ah, servas Koarl! Des freit mi jetzt oba ganz besonders." Auch Karl Moik, der frühere "Mister Musikantenstadl" schickt das Allerbeste. Zuvor hat Landeshauptmann Franz Voves angerufen und dessen "Vize" Hermann Schützenhöfer ein großes Billett geschickt. Im "Stadl" hat Fritz mit seinen "Stoanis" an die 30 Mal aufgespielt. Unvergessen bleiben ihm auch Auftritte in Kapstadt, Japan, Australien, Mexiko oder New York. "Vor mehr als 50.000 haben wir im Wiener Happelstadion gespielt", erinnert sich Fritz, der seit gut 40 Jahren nicht nur mit Posaune und Tuba den Ton vorgibt. "Noch schöner aber sind oft Geburtstagsfeiern für fünf Leut. Unbeschreiblich ist das, wenn den Menschen vor Freude die Tränen herunterrinnen." Der berühmteste Zuhörer und Fan? "Sicher der Arnold Schwarzenegger. Wir haben zum 70er seiner Mutter Aurelia gespielt. Und zu Arnies 50er gemeinsam ,Steirermen' gesungen!"

Ein paar Kilometer weiter fällt Fritz seiner Mama um den Hals. Maria Willingshofer ist 88. Und mächtig stolz auf ihren Buam. "Sie sind alle weit gekommen", geht das auch an die Adresse der Brüder Hans und Reinhold. Fritz lächelt. Und schickt unbekannte Grüße an die Neider, die jedem erfolgreichen Menschen nicht erspart bleiben. "In der Schule haben meine Kinder schon gehört ,Euch geht's gut, Ihr habt's ja einen reichen Vater' - und ich kann denen nur sagen: Seid's alle Tag und Nacht unterwegs, dann könnt's auch was verdienen."

Neue Ziele? Natürlich hat Fritz noch einiges vor. Im April 2010 soll das 43. (!) Album der Stoakogler herauskommen. "Und von der Welt möchte ich mit meiner Frau auch noch mehr sehen. Die Chinesische Mauer, Rio de Janeiro, Südamerika." Und einen "feschen Oldtimer daheim in der Garage stehen haben, das wär auch was." Aber gleich beeilt sich Fritz zu ergänzen: "G'sund bleiben ist das Wichtigste. Und für eine intakte Familie braucht man sich auf alle Fälle auch nicht zu schämen."

ERIC SEBACH

Zur Person

Fritz Willingshofer wurde am 29. Oktober 1949 in Gasen geboren. Er ist Musiker und Landwirt, verheiratet, 4 Kinder (die Töchter Irmgard, Monika, Ziehtochter Christine sowie Sohn Gerhard)

Karriere: Chef der Stoakogler, seit 1968 mehrere Millionen Tonträger verkauft, 42 Alben veröffentlicht. Allein von "Steirermen san very good" wurden zwei Millionen Singles abgesetzt. An die 40 Auftritte im "Musikantenstadl" bei Karl Moik und Andy Borg. Besetzung: mit den Brüdern Hans und Reinhold sowie "Ehrenbruder" Franz Böhm.

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