Metallskulptur soll saniert werden
Vor der Straßenmeisterei Birkfeld steht eine Metallskulptur, die vor sich hinrostet. Für die Sanierung fühlt sich niemand zuständig.

Foto © Brugner
Vor 25 Jahren wurde die Straßenmeisterei Birkfeld gebaut. Im Zuge dieses damaligen Millionen-Schillingprojektes wurde vom Land Steiermark eine so genannte Kunst-am-Bau-Arbeit realisiert, die mit einem Prozent der Gesamtbaukosten dotiert war. Den Auftrag bekam der Klagenfurter Rauchfangkehrermeister und Bildhauer Harry Jeschofnig. Er modellierte für Birkfeld aus alten, verchromten Autostoßstangen von US-Straßenkreuzern die Figur des Heiligen Christophorus, die vor der Straßenmeisterei ihren Standort fand.
Über die Jahre hat der Flugrost fleißig am Schutzheiligen der Autofahrerzunft geknabbert. Die abstrahiert dargestellte Figur schaut entsprechend lädiert aus. Da wie dort zeigt sich das einst glänzende Chrom löchrig wie ein Schweizer Emmentaler Käse.
Peter Schweighofer, Leiter der Straßenmeisterei Birkfeld, misst dem augenscheinlichen Rostbefall des Kunstwerkes keine allzu große Bedeutung bei. "Bekanntlich rosten die Autos früher oder später zusammen. Da die Figur aus alten Autostoßstangen besteht, ist es nahe liegend, dass sie das gleiche Schicksal erfährt", meint Schweighofer. Und im Nachsatz: "Ich muss sagen, dass mir das Monument recht gut gefällt."
Selbst bei Jeschofnig schrillen ob des sukzessiven Verfallprozesses des von ihm geschaffenen Kunstwerkes nicht die Alarmglocken. "Die Arbeit wird trotzdem noch lange halten", sieht der Künstler keinen zwingenden Handlungsbedarf. Ein Austausch der rostzerfressenen Teile sei deshalb nicht möglich, weil es mittlerweile das verwendete Rohmaterial am Markt nicht mehr gäbe. Jeschofnig wörtlich: "Es sind keine verchromten Stoßstangen mehr aufzutreiben."
Land am Zug
Er würde es begrüßen, wenn das Land Steiermark, Besitzer der Skulptur, aktiv würde und eine Generalsanierung einläutet, um die Korrosion zu stoppen.
Beim Land selbst haben sich aber die gesetzlichen Rahmenbedingungen mittlerweile verändert. 2006 wurde das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark als Nachfolgeeinrichtung von "Kunst am Bau" aus der Taufe gehoben. Von diesem werden temporäre wie permanente Kunstprojekte über das ganze Land umgesetzt. Zuletzt betrug das Gesamtjahresbudget dafür knapp eine Million Eur.
Altersbedingte Schäden an "geerbten" Kunstwerken im öffentlichen Raum zu beheben sei aber nicht Aufgabe des neuen Instituts. Gesamtkoordinatorin Evelyn Kraus: "Das obliegt nicht unserem Verantwortungsbereich." Es gäbe aber, so Kraus, Einzelfälle, wo man Geld für sanierungsbedürftige Kunst-am-Bau-Werke ausgegeben habe. Als zwingendes Kriterium dafür nennt sie den kulturhistorischen Wert des jeweiligen Objektes.
Dieser scheint in diesem Fall nicht gegeben zu sein. Der Christophorus muss mit dem aggressiven "Rostbazillus" anscheinend weiter leben.








