Ministranten unterwegs auf "Außendienst"
Ministranten unterstützen nicht nur den Pfarrer in der Kirche. Manchmal, da reisen sie auch - wie die Angerer nach Assisi und Rom.

Foto © Lukas MeißlDie Ministranten aus Anger mit ihrem "Chef" und Organisator der Reise, Franz Neuhold (rechts)
Elf Stunden Fahrzeit mit 39 anderen Leuten im Bus haben es in sich. Doch das Ziel ist in Sicht. Vor den Augen erstreckt sich die Pilgerstadt Assisi. "Gesehen haben wir's, fahren wir wieder", ertönt es frech aus den hinteren Reihen des Busses, der so schnell wie möglich verlassen wird, um die Zimmerbetten zu testen.
Müdigkeit wird aber noch keine vorgeschützt. Es geht zu Fuß steil bergauf ins Herz Assisis. Der Blick in das umbrische Tal hinab, getränkt von schillernden Lichtern, macht Lust auf mehr.
Lust war für die Franziskaner zwar eher ein Fremdwort, wie man bei der Führung durch die Stadt erfährt, Spaß haben die Angerer Ministranten samt Familien aber allemal während ihrer gemeinsamen Woche in Assisi.
"Da gibt's ja nur Kirchen", stellt ein Ministrant fest. Tatsächlich sprudelt die Stadt nur so vor Reliquien, Kirchen, Klöstern, Basaren - und Touristen. Am Ende des Tages sind sich alle einig, dass das Kirchegehen durchaus anstrengend sein kann. Dabei warten noch so viele Kirchen auf dem Rom-Ausflug!
Finanziell erleichtert
In Rom tauchen die Ministranten, zum Teil zum ersten Mal im Ausland und teilweise sogar ohne Eltern unterwegs, ein in die Antike und in ein Meer von Menschen. Faustdick kommt es dann aber, als die 39 Menschen bei 35 Grad Celsius einen bereits völlig überfüllten Linienbus noch voller machen. Und einige ungewollt finanziell erleichtert ins Quartier zurückkehren.
So ein Tag zehrt natürlich an den Kraftreserven - die Pilgergruppe liegt flach. Die Impressionen aus Rom und das Abendessen müssen verdaut werden. Nur sieben wackere Sportler ziehen am nächsten Tag um halb sechs Uhr früh los auf den Monte Subasio, dem 1290 Meter hohen Hausberg von Assisi. Ministrantenchef, Religionslehrer und Reiseorganisator Franz Neuhold ist dabei und genießt den grandiosen Ausblick: "Man muss zuerst Strapazen auf sich nehmen, um dann etwas Wundervolles zu erleben. Das predige ich auch immer meinen Schülern." Er ist es auch, der täglich zu den Andachten in einer Kapelle oder vor den gemeinsamen Mahlzeiten ruft.
Einmalige Eindrücke nehmen die 13 Minis samt Familien allemal nach Anger mit. So wissen sie jetzt etwa, dass der heilige Franz von Assisi bloß 1,46 Meter groß war oder dass es in Italien als Vorspeise fast immer Nudeln gibt. Und dass sie gerne wiederkommen wollen.








