Was wird die Zukunft bringen?
Bis 31. Jänner konnten die Gemeinden freiwillig Fusionsvorschläge beim Land einbringen. Wer mit wem will.

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Kleinregion Weiz: Landgemeinden gegen Zusammenlegung
Gleich zehn Gemeinden wollen stärker kooperieren. Weiz weiterhin für Fusion.
Kooperation ja, Fusion nein. Das ist die klare Stellung der Gemeinden rund um Weiz (Thannhausen, Krottendorf, Mitterdorf, Mortantsch, Naas, Etzersdorf-Rollsdorf, Unterfladnitz, St. Ruprecht, Gutenberg). "In einer größeren Gemeinde hätten wir viele Mehrkosten, ob die Ertragsanteile tatsächlich mehr würden, weiß man nicht und in größeren Gemeinden geht die Ehrenamtlichkeit zurück", begründet dies Gottfried Heinz, Bürgermeister von Thannhausen. Sollte das Land zwangsfusionieren, "sehen wir uns vor dem Verwaltungsgerichtshof wieder", sagt Heinz.
Alle zehn Gemeinden reichten beim Land ein Papier ein, das auf verstärkte Zusammenarbeit setzt. Auch Weiz, das sich offen für eine Fusion der Region ausspricht, unterstützt den Vorschlag. "Wir haben aber einen Passus hinzufügen lassen, dass für uns die Fusion als zukunftsorientierteste Lösung gilt", sagt Bürgermeister Helmut Kienreich. Neben vielen Vereinfachungen rechnet Kienreich durch eine Fusion mit einem Plus von rund drei Millionen Euro aus Ertragsanteilen.
St. Ruprecht deponierte gar einen zweiten Vorschlag: "Das eine verstehe ich als kleinregionale Zusammenarbeit, aber wir treten für eine Fusion mit Unterfladnitz ein. Immerhin machen wir bereits fast alles gemeinsam", sagt Bürgermeister Herbert Pregartner. Unterfladnitz aber hat bereits beschlossen, eigenständig zu bleiben.
Almenland: Viel zu gewinnen oder zu viel zu verlieren?
Passail hätte gerne fusioniert, aber die Nachbarn machten einen Alleingang.
Passail, Hohenau/Raab, Arzberg, Neudorf und Stenzengreith haben sich Ende Jänner bei einer vom Land begleiteten Informationsveranstaltung zusammengesetzt. Passail hätte laut Bürgermeister Günter Linzberger gerne einen Fusionsvorschlag eingereicht, die anderen aber wollten nicht freiwillig voranpreschen. "Später haben Arzberg, Neudorf und Stenzengreith aber sehr wohl einen Vorschlag eingebracht - ohne uns. Der Sinn der Strukturreform ist das aber wohl nicht", verweist Linzberger auf die Rolle Passails als "Zentrumgemeinde". "Bei dieser Lösung hätten wir zu viel zu verlieren", sagt der Arzberger Bürgermeister Franz Kappmaier. Vor allem vor der Schließung der Volksschule habe man Angst. Fladnitz/Teichalm habe laut Bürgermeister Peter Raith beim Land deponiert, für Gespräche mit Tulwitz und Tyrnau (Graz-Umgebung) bereit zu sein. Diese sollen im Februar stattfinden.
Gasen will aufgrund seiner topografischen Lage allein bleiben, aber verwaltungstechnisch mit Birkfeld enger kooperieren. Das soll bis zu gemeinsamer Flächenbeschaffung und Splittung der Kommunalsteuer gehen. St. Kathrein/Offenegg hätte gerne Heilbrunn dabei, ansonsten will es alleine bleiben.
Oberes Feistritztal: Jeder für sich alleine
Nur einer will, die anderen aber nicht.
Eines gleich vorweg: Nur Ratten spricht sich offen für eine Fusion aus, hat aber bei den Nachbarn keinen Partner gefunden. Denn Rettenegg und St. Kathrein/Hauenstein wollen alleine bleiben, ebenso wie Fischbach, Strallegg und Miesenbach. Die jeweiligen Bürgermeister berufen sich darauf, eine gute Infrastruktur zu haben und deshalb eigenständig bleiben zu wollen. Retteneggs Bürgermeister Johann Ziegerhofer fürchtet, eine Fusion würde die Abwanderung verstärken. Für Kooperationen aber sind alle Bürgermeister bereit. Ob man als kleine Gemeinde in Nachbarschaft zu der vielleicht einmal fusionierten Großgemeinde Birkfeld Angst hätte? "Würden sich die Gemeinden der Kleinregion Fischbacher Alpen zusammenschließen und ginge Miesenbach zu Birkfeld, müsste man schon Angst haben, zerrieben zu werden", sagt Stralleggs Bürgermeister Peter Kern.
Kleinregion Anger-Puch: Fünf, die sich "durchleuchten"
Kleinregion Anger prescht vor, Puch bleibt lieber allein.
Anger, Baierdorf, Feistritz, Floing und Naintsch haben den freiwilligen Vorstoß gewagt: Alle fünf wollen gemeinsam mit dem Land Kooperations- oder auch Fusionsgespräche führen. "Von einer Großgemeinde bis zur vertieften Kooperation ist alles möglich", sagt Bürgermeister Hubert Höfler (Anger). Die Gemeinden würden sich bereits intensiv "durchleuchten", wie er sagt - zum Beispiel vergleiche man die Gemeindefinanzen. Puch hingegen möchte alleine bleiben - und hat das dem Land auch mitgeteilt. Für vertiefte Kooperationen sei man aber bereit - und zwar nach allen Seiten, liege man doch inmitten der Kleinregion Anger, der Energieregion Weiz und dem Kulmland, so Bürgermeisterin Gerlinde Schneider.








