Bedeutung der Tracht im Wandel der Zeit
Früher gaben Trachten Auskunft über Herkunft und Familienstand.

Foto © APAFrüher gaben Trachten Auskunft über Herkunft und Familienstand
Vor zirka 400 Jahren entstanden im europäischen Raum die ersten Trachten. Damals unterschied sich die Tracht der Bauern und der Städter in Farbe und Material. Das Dirndl aus grobem Material und meist in grauer Farbe war für die ländliche Bevölkerung bestimmt. Die Dirndlkleider der Städter waren bunt und geschmückt.
Volkstrachten. An der jeweiligen Tracht erkannte man auch die Angehörigen eines Standes. Durch die in der Neuzeit entstandene Kleiderordnung für die niederen Schichten entstanden auch die Volkstrachten. So durften die "niederen Stände" wie Bauern, Krämer, Handwerker sowie geringere Bürger nur inländisches oder so genanntes "schlechtes" Tuch verwenden. An den Kleidern dieser Schicht waren Stickereien, Silberketten, Seidenbänder und Spitzen, das Tragen von kostbaren Borten und seidenen Strümpfen war unter diesen Gesellschaftsgruppen sogar unter Strafe gestellt.
Familienstand. Bei Frauen konnte man anhand der Kopfbedeckung, der Schürze, des Mieders oder des Kittels den Familienstand erkennen. Durch gestickte oder applizierte Ornamente konnte eine Frau zeigen, ob sie heiraten wollte. Durch Bänder oder Muster konnte sie auch die Anzahl ihrer Kinder kundtun.
Nationalsozialismus. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Tracht ideologisiert, um die nationalsozialistische Gesinnung zu bekräftigen. So war es etwa für die von der NS-Propaganda ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen verboten, Trachten zu tragen.








