Wie man mit Kunst umgehen soll
Aufgrund mehrerer Missstände während der Ausstellung "Kunst als Lehre" unterhielten sich Vertreter der Stadt Weiz und der Künstlerinitiative K.U.L.M. über Professionalität bei Kunstveranstaltungen.

Foto © ReutersWie soll mit Kunst umgegangen werden?
Die Künstlervereinigung K.U.L.M. rund um Richard Frankenberger lud kürzlich zu einer Finissage mit anschließender Diskussion für ihre Rauminstallation "Kunst als Lehre". Es wurde mit den Verantwortlichen der Stadtgemeinde wie dem Weizer Bürgermeister Helmut Kienreich und dem Kulturmanager Georg Köhler über die nachlässige Behandlung der Kunstobjekte diskutiert.
Papierkorb.
"Texte, die zur Ausstellung gehörten, wurden im Papierkorb vorgefunden, Ausstellungsobjekte verdeckt und zusätzlich gab es Fremdwerbung in unserer Ausstellung", bekrittelt Richard Frankenberger. Da während der Dauer der Ausstellung drei große Veranstaltungen mit mehr als 1000 Leuten stattfanden, wurde laut Kulturmanager Köhler der Platz gebraucht.
Leere Akkus.
Ein Hauptteil der Ausstellung waren die unter den Bänken angebrachten MP3-Player, die für Atmosphäre sorgen sollten. "Der Ton ist fixer Bestandteil der Ausstellung. Die Akkus hätten immer wieder vom Personal des Kunsthauses aufgeladen werden müssen", so Frankenberger.
Die leeren Akkus erklären wahrscheinlich auch, warum die Ausstellung so schlecht von den Besuchern angenommen wurde. Georg Köhler, der für das Kunsthaus verantwortlich ist, erklärt diesen Missstand: "Das ist eine Kostenfrage. Wir haben kein Personal, das sich um die Akkus kümmern könnte. Auch für eine Aufsichtsperson, die während der Veranstaltungen die Ausstellung überwacht, fehlt das Geld."
Kunstwerke verschwinden.
Um die Ausstellung zu bewerben, stellte K.U.L.M. einen riesigen Altpapierwürfel vor das Kunsthaus, den sie mit Werbematerial füllten. "Durch den Wind wurde das Papier gelockert und verschmutzte infolgedessen den ganzen Platz", hält Bürgermeister Helmut Kienreich fest. Bei einem Biomarkt wurde das Kunstwerk dann ohne Rücksprache vom Umweltreferenten entfernt.
Ruf gefährdet.
"Wir sehen nicht ein, wie derart mit Kunst umgegangen werden kann. Mit einer Ausstellung, bei der nur die Hälfte funktioniert, ist der Ruf der Künstler schnell gefährdet", sagt Frankenberger. "Damit so etwas nicht mehr vorkommt, sollte man die Ausstellungen mit den Veranstaltungen besser koordinieren", schlägt Kienreich vor.
Künstler wie auch Veranstalter nehmen sich vor, in Zukunft besser miteinander zu kommunizieren und zu versuchen, Probleme gleich im Vorfeld auszuräumen.
Features
K.U.L.M.
K.U.L.M. ist die Abkürzung für Kunst Und Leben Miteinander. Seit 1993 gibt es diese Künstlervereinigung. Die sich selbst als Labor und Denkwerkstätte sieht. Früher stand künstlerische Arbeit im ländlichen Raum im Mittelpunkt von K.U.L.M. Heute heißt der Themenschwerpunkt "Vorstadt / Suburbia".
Mitwirkende
Mitwirkende sind die Künstlerinnen und Künstler Richard Frankenberger, Klaus Schafler, Petra Bußwald, Reserl Frankenberger, Gottfried Ranegger und Gertraud Ranegger-Strempfl.













