Fladnitz an der TeichalmElf Jahre nach Skelett-Fund wird Haus jetzt verkauft

2006 wurden im jahrhundertealten Gebäude mitten in Fladnitz an der Teichalm drei Skelette ausgegraben. Der Eigentümer möchte sich jetzt von dem Haus trennen.

Der Besitzer will sich vom ehemaligen Kaufhaus vor der Fladnitzer Kirche trennen © Ticar
 

Einen rätselhafen Fund machten im Oktober 2006 Arbeiter beim Sanieren eines Gebäudes im Zentrum von Fladnitz an der Teichalm: Unter dem Fußboden wurden ein Skelett entdeckt – und in weiterer Folge auch noch ein zweites und drittes (die Kleine Zeitung berichtete).

Von diesem Gebäude möchte sich Eigentümer Karl Friedrich Gollmann seit geraumer Zeit trennen. Das Haus aus dem 18. Jahrhundert wird etwa auch über die Online-Plattform „willhaben.at“ angeboten. „Jetzt schaut es so aus, als gebe es einen ernsthaften Interessenten“, sagt Gollmann. Dass diesen der damalige Skelettfund abschrecken könnte, glaubt der in Graz wohnhafte Architekt aber nicht. „Es ist das Haus meiner Großeltern, mein Vater ist dort geboren und ich war im Sommer immer dort. Ich bin also sozusagen über den Leichen am Esstisch gesessen“, erzählt der 80-Jährige. „Das hat mir nichts getan – und jetzt sind die Skelette ja eh weg“, relativiert Gollmann etwaige Befürchtungen.

Woher stammen die Skelette?

Die Staatsanwaltschaft Graz hat 2006 nach dem Skelettfund eine Untersuchung eingeleitet. Bis heute weiß Gollmann aber nicht mit Sicherheit, was es mit den Skeletten auf sich hatte. Er geht davon aus, dass diese bereits Jahrhunderte lang unter dem Haus gelegen sind. Immerhin steht das Gebäude am Rand des alten Friedhofsgeländes. „Ein Stück der Hausmauer verlief ja über dem Fuß eines der Toten“, so Gollmann.

Spuren von Särgen fand man damals nicht. „Aber eine Schicht Kalk über den Gebeinen“, erinnert sich Gollmann, der deshalb darauf schließt, dass es sich möglicherweise um ein Seuchengrab gehandelt haben könnte.

Kein Gewaltverbrechen

Abteilungsinspektor Peter Vorraber von der Polizeiinspektion Passail bekräftigt Gollmanns Vermutungen. „Es konnten damals keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen festgestellt werden“, erinnert er sich. Die Skelette dürften tatsächlich von dem bereits im Jahr 1880 aufgelösten ehemaligen Friedhof stammen.

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