Nationalratswahl 2017Birkfelder Schüler fühlten Jungpolitikern auf den Zahn

Vertreter der fünf im Parlament vertretenen Parteien stellten sich am Freitag im Borg Birkfeld den Fragen der Schüler.

Podiumsdiskussion: Patrick Derler (FPÖ), Sarah Schmidjell (ÖVP), Julian Unterweger (Neos), Peter Drechsler (SPÖ) und Jakob Becvar (Grüne) © Karin Scherf-Kachelmaier
 

Um Jungwähler bei ihrer Wahlentscheidung zu unterstützen, organisiert die Schülervertretung Steiermark in elf Gymnasien Diskussionsrunden mit Spitzenvertretern der antretenden Parteien. Für den Bezirk Weiz fand die Diskussion im BORG Birkfeld statt, wo Schüler Informationen aus erster Hand erhielten.

Auf dem Podium nahmen Patrick Derler (FPÖ), Sarah Schmidjell (ÖVP), Julian Unterweger (Neos), Peter Drechsler (SPÖ) und Jakob Becvar (Grüne) Platz. Zu Beginn präsentierten sie sich mit altbekannten Zielen. In der Frage, was für die Stärkung des ländlichen Raums zu tun sei, waren sich alle einig, dass die Infrastruktur und der Ausbau der Breitbandversorgung wichtige Punkte seien.

Bei der Frage zu den Plus- und Minuspunkten des Bildungssystems gingen die Meinungen weiter auseinander. Unterweger (Neos) unterstrich die Notwendigkeit eines einheitlichen Konzepts vom Kindergarten bis zur Matura, ebenso einen Ausbau der Autonomie. Schmidjell (ÖVP) beharrte auf der Beibehaltung des differenzierten Bildungssystems und der Einhaltung der Bildungspflicht.

Nicht alle, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, können nicht Deutsch! Das ist doch Schwachsinn!

Peter Drechsler (SPÖ)

Derler (FPÖ) unterstrich die Notwendigkeit, dass alle Schüler vor Schuleintritt die deutsche Sprache ausreichend beherrschen müssten. „In manchen Schulen in Graz sind 90 Prozent der Schüler nicht deutscher Muttersprache, das kann nicht gut gehen“, sagte er. Drechsler (SPÖ) konterte: „Sie können nicht alle in einem Topf werfen! Nicht alle, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, können nicht Deutsch! Das ist doch Schwachsinn!“

Danach hatten die Schüler Gelegenheit, den Kandidaten per Handy Fragen zu stellen. Die Fragen mit den meisten „Likes“ wurden dann der Reihe nach gestellt.

Ehe für alle

Die Frage „Warum sprechen sich ÖVP und FPÖ gegen eine Ehe für alle aus?“ hatte die meisten Schüler interessiert. Die angesprochenen Vertreter von FPÖ und ÖVP erklärten unisono, dass sie niemanden diskriminieren wollten, jedoch eine Ehe einer Verbindung aus Mann und Frau vorbehalten bleiben sollte. „Nur die Begrifflichkeit ist anders“, unterstrich Schmidjell, „mehr nicht.“

Dem widersprachen die Vertreter von SPÖ, Neos und Grünen in aller Vehemenz. Drechsler schlug vor, eine Volksabstimmung darüber zu machen. Er startete eine direkte Probe. Auf die Frage, wer für eine Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren eintrete, blieb kaum eine Hand unten.

Dirty Campaigning

Dann drehte sich die Diskussion um den Fall Silberstein, bis Becvar seine Mitstreiter aufforderte, wieder sachlich Themen zu besprechen. Beim anschließenden Thema der Legalisierung von Cannabis ging es wieder sachlicher zu – auch hier spalteten sich die Teilnehmer in zwei Teile: ÖVP und FPÖ sind dagegen, SPÖ, Grüne und Neos dafür.

Am Ende durften die Schüler noch ihre Stimme abgeben. Auf die Frage, welcher Kandidat am besten angekommen sei, lag Unterweger mit 65 Stimmen weit vorne. Danach kamen Drechsler (39), Becvar (35), Schmidjell (10) und Derler (5).

Die Schüler zeigten sich nach der Diskussion sehr interessiert und diskutierten untereinander lange weiter. Das Gespräch sei interessant und auch hilfreich gewesen, meinte eine Schülerin, aber schade fand sie, dass es eine gleiche Schlammschlacht wie bei den „großen“ Elefantenrunden gewesen sei.

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