Bezirk WeizWas starke Frauen wünschen

Schon einmal etwas von „Granny Aupair“, also Leihomas im Ausland, gehört? Dies ist nur ein Projekt der „Starken Frauen“.

Johanna Steinbauer und Karin Ronijak von „Starke Frauen“ © Ulla Patz
 

Die „Starken Frauen im Bezirk Weiz“ gehen in die nächste Runde. Im Frühjahr 2016 sind sie gestartet, über den Sommer gab es Sommergespräche und Treffen mit Frauen in sechs Gemeinden und kürzlich nun eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag, zu der 170 Frauen (und auch Männer) kamen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierte Gruppensprecherin Karin Ronijak auch die Ergebnisse der Sommergespräche. „Es sind oft gar keine großen Probleme, sondern viele kleine Schritte, die getan werden müssten“, sagt sie. Sie möchte in ihrer Arbeitsgruppe „Frau und Karriere“ ein Pilotprojekt starten und sucht dazu zehn große Firmen, die familienfreundlich sind. „Es bedarf neuer Arbeitszeitmodelle für Frauen und Männer“, sagt sie. „Warum nicht 60 Stunden Familienarbeitszeit annehmen und Mann und Frau arbeiten je 30 davon?“, sagt sie.

Rabenmütter

Johanna Steinbauer, die Koordinatorin der Gruppe, steht dem Arbeitskreis „Frauen 50 plus“ vor (weitere Gruppen: „Familie und Beruf“ und „Die Rolle der Frau im ländlichen Raum“). Ihr liegt die Wahlfreiheit der Mütter am Herzen: „Wenn ich daheim bleibe, soll das genauso honoriert werden wie ein Job. Die Wertschätzung der Mütter ist nicht gegeben. Wenn Frauen ,nur‘ Mütter sind, sind sie faul, wenn sie arbeiten gehen, sind sie Rabenmütter. Wie man es macht, ist es falsch!“, sagt sie.

Steinbauers Gruppe plant für die Damen 50 plus zunächst Nachmittage, die der Vernetzung und Fokussierung auf konkretere Problemlösungsansätze abzielen. Ein Modell wird jetzt schon angedacht: „Vielleicht können wir Granny Aupair für die Frauen hier attraktiv machen“, sagt Ronijak. Wie Aupair für Jugendliche gibt es jetzt schon eine Vermittlungsagentur für Omas, die in andere Länder und Kontinente reisen und als Leihoma arbeiten.

Rollenbilder

Insgesamt kam bei der Frauenbefragung auch heraus, dass sich Frauen nicht auf die klassische Rollenverteilung (Kindererziehung, Haushalt, Pflege) reduzieren lassen wollen. Wenn sie aber in einem dieser Bereiche arbeiten, vermissen sie eine entsprechende Wertschätzung. Sie wünschen auch sich flexiblere Arbeitszeiten und mehr öffentlichen Verkehr.

Wer hinter den "Starken Frauen" steckt

„Starke Frauen im Bezirk Weiz“ nennt sich die Gruppe, die in der Bezirks-ÖVP beheimatet ist. Sprecherin ist die Unternehmerin Karin Ronijak, die Koordination hat Johanna Steinbauer, Geschäftsführerin der ÖVP in Weiz, über.

Als Gruppenleiterinnen dabei sind neben Johanna Steinbauer und Karin Ronijak genannten Susanne Brandtner, Lucia Steinbauer, Sigrid Wiener, Gabriele Vorraber oder Maria Taucher.

Ziel ist, Frauennetzwerke zu bilden und Lösungen für einzelne Problemfelder auf unbürokratische Weise zu finden.

In sechs Gemeinden wurden „Sommergespräche“ durchgeführt, die dort angesprochenen Probleme notiert.

Ergebnisse der Treffen und Lösungsansätze wurden am Internationalen Frauentag am 8. März bei einer Veranstaltung in Weiz präsentiert.

Kontakt: Tel. (03172) 24 14.

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