Projekt der Chance B

Sie nähen, bis sie dann bald wieder gehen

Sie fangen bei Null an, nähen nach kurzer Zeit aber nach Maß. So bereitet die Gleisdorfer Chance B Frauen auf Jobs in der Wirtschaft vor.

Franziska Schwarzenberger (links) und Marion Lederer (rechts) mit den Damen der Näherei © Sonja Berger
 

Sie nähen Kindermobiles, robuste Hundeleinen oder auch Bio-Leinentaschen in Serie. Sie nähen rosa Inkubationshüllen für Neugeborenen-Stationen oder Kindermode, die mitwächst. Sie nähen bunte Stillkissen und kleine Dirndl oder Lederhosen als Verpackung für Weinflaschen. Und wenn jemand mit einer zu langen Hose, einem zu engen Rock oder einem Berg zerknitterter Hemden vorbeikommt, dann erledigen sie auch das.

Sie, das sind um die fünf Näherinnen rund um Franziska Schwarzenberger und Marion Lederer in der Näherei der Chance B in Gleisdorf. Obwohl – echte Näherinnen sind die Damen am Beginn ihrer Arbeit noch nicht, die meisten von ihnen erlernen das Handwerk erst von der Pike auf von den beiden Profis Schwarzenberger und Lederer. Sechs bis sieben Monate lang sind die Frauen in der Näherei beschäftigt, probieren wechselweise alle möglichen Tätigkeiten durch. „Und dann, wenn sie richtig gut sind, verlassen sie uns wieder“, sagt Schwarzenberger lächelnd.

Vorbereitung auf die Wirtschaftswelt

Die Näherei ist nämlich einer der sozialökonomischen Betriebe der Chance B, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Langzeitarbeitslose auf den Arbeitsmarkt vorbereiten sollen. Zugeteilt werden diese sogenannten „Transitarbeitskräfte“ aus Weiz und der Südost- und Oststeiermark nach ganz bestimmten Schlüsseln vom AMS.
Neben der Näherei betreibt die Chance B auch einen Reinigungs- und Gartenpflegebetrieb, ein Restaurant und eine Küche.

So kann jeder die Chance B nutzen

Die Chance B in Gleisdorf betreibt eine Näherei, einen Gartenpflege- und Reinigungsdienst und ein Restaurant, in denen Menschen mit Behinderung oder Langzeitarbeitslose aus der Region in rund sechs Monaten auf einen Job in der Wirtschaft vorbereitet werden.

Unternehmen und Private können die Dienste nutzen – von Rasenmähen über Heckenschneiden bis zur Friedhofspflege, die Reinigung von Firmen oder Wohnhäusern, Catering oder das Bügeln und Nähen von Kleidungsstücken.

Kontakt: Näherei, Gartenpflege und Reinigung ist in der Mühlgasse 128, das Restaurant in der Franz-Josef-Straße 3 zu finden.

www.chanceb.at

„Der springende Punkt ist, dass die Motivation, zu arbeiten, nach der Zeit bei uns voll da ist“, sagt auch Karin Reder von der Chance B. „Nach zwei Monaten merkt man meistens schon eine enorme persönliche Entwicklung“, sagt Schwarzenberger. „Sie wachsen mit der Herausforderung und trauen sich Sachen zu, die sie sich vorher nie zugetraut hätten“, fügt Lederer hinzu.

Aufstrebende Unternehmen an Bord

Ist es nicht schwierig, die Damen immer wieder gehen zu lassen und wieder ganz von Neuem zu beginnen? „Im Gegenteil – es ist eine so schöne Aufgabe, muss ich ehrlich sagen. Es ist so schön, dass unsere Arbeit wirklich etwas bewirkt“, sagt Schwarzenberger, die die Näherei seit acht Jahren leitet. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Näherei war österreichweit in den vergangenen Monaten besonders groß: Vier aufstrebende Unternehmen, die auf faire Arbeitsbedingungen und eine Produktion in Österreich Wert legen, sind dauerhafte Kooperationen mit der Chance B eingegangen.

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