Am Ende ein leises "Servus"
Seit 1956 gibt es die oststeirische Volksschule Granitz, nun wird der Betrieb eingestellt - es gibt zuwenig Kinder. Wie viele Schulen hatte man seit Jahren mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen.

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Sag' zum Abschied leise Servus. So steht es in grüner Schreibschrift auf dem Flugblatt, das dieser Tage in der oststeirischen Gemeinde St. Kathrein am Offenegg verteilt wird. Es handelt sich dabei um eine Einladung - eine Einladung zum Abschied. Nach 51 Jahren Betrieb schließt die Almschule Granitz mit einer Feier als eine der kleinsten Volksschulen der Steiermark für immer die Tore.
Keine Überraschung. Wirklich überraschend kommt das Ende für die Schule nicht. Schon seit vielen Jahren war das zwischen grünen Wiesen und Bäumen gelegene Gebäude von der Schließung bedroht. "Mit solchen Ankündigungen lebe ich, seit ich Direktorin geworden bin", schmunzelt Sigmut Wratschgo, seit 16 Jahren Leiterin der Schule. Daran, dass es mit der Schließung diesmal ernst ist, besteht aber kein Zweifel mehr. Nur noch acht Schüler hat Wratschgo in ihrer Obhut, sechs davon haben heuer in der Almschule ihr letztes Volksschuljahr verbracht.
So wenige Kinder hat es in dem beigen, zweistöckigen Bau nicht immer gegeben. Zwar war die Granitzer Schule von Anfang an einklassig konzipiert, "in manchen Jahren waren aber bis zu 30 Kinder hier", erzählt Wratschgo. Dass sich das inzwischen geändert hat, wundert die Direktorin nicht. "In Granitz gibt es viele Bauern, die Jungen ziehen weg oder haben keine Zeit mehr für Kinder. Früher oder später wird das Leben hier aussterben."
Gemeinsam in einer Klasse. Vor 51 Jahren waren es gerade die Menschen im 60 Haushalte zählenden Ort gewesen, die bei der Gemeinde und dem damaligen Landeshauptmann Josef Krainer sen. massiv für eine eigene Schule eingetreten waren. Allen voran ein ortsansässiger Bauer namens Heinrich Pretterhofer, dessen beide Urenkerl nun zu den letzten Schülern zählen, die die Granitzer Almschule besuchen.
Unterrichtet werden die beiden Mädchen dort gemeinsam mit den sechs älteren Mitschülern - in einer Klasse. Ein System, das es in vielen steirischen Kleinschulen gibt und das ohne weiteres funktioniert, sagt Wratschgo. Die Pädagogin lehrte in ihrer Schule von Anfang an nach Montessori-Prinzipien. Ohne fixe Sitzordnung arbeiten die fünf Mädchen und drei Buben selbstständig mit ihren Unterlagen, Wratschgo geht durch die Reihen, beugt sich da und dort über die offenen Hefte und zeigt erklärend auf die Angaben und Lösungen. Neue Kapitel geht sie mit jedem Schüler einzeln durch. "Ich wollte immer, dass die Schule eine lustige Angelegenheit wird, vor der sich niemand fürchten muss", erklärt Wratschgo.
Genugtuung. Dass es damit in Granitz nun vorbei ist, sieht die Direktorin gelassen. "Ich gehe mit der Genugtuung in Pension, vieles erreicht zu haben." Sechs ihrer jetzigen Schüler wechseln im Herbst in die Hauptschule oder ins Gymnasium. Die beiden jüngeren Mädchen kommen in die benachbarte Volksschule von St. Kathrein.
Zum Abschluss führen die acht noch gemeinsam ein Theaterstück auf. Thema: Die Schule von früher und die Schule von heute. "Schule heute, Schule morgen, macht euch bitte keine Sorgen", heißt es darin.













