Im oststeirischen Gleisdorf "arbeiten" 144 Besamungseber
Schweinezucht: Minz, Cleto und Istor sind die besten Spermien-Spender im Stall. Eber Puck zeugte in elf Jahren 140.000 Ferkel.

Foto © APEin Besamungseber sorgt für 50.000 Nachkommen
Täglich 950 Milliarden Spermien aus Gleisdorf - das
ist die Leistungsfähigkeit der Bewohner von Österreichs modernster
Schweinebesamungs-Anstalt, die am Samstag eröffnet wurde. Die Stars
im Stall unter rund 140 Kollegen heißen Minz, Cleto und Istor - sie
haben die höchste Fruchtbarkeit und zeichnen sich durch kräftiges
Wachstum, beste Futterverwertung und einen hohen Fleischanteil aus,
so die Landwirtschaftskammer. Bisheriger Rekordhalter an Nachkommen
ist Eber Puck, der in elf Jahren mehr als 150.000 Ferkel zeugte.
144 Eber. Zwei Mal pro Woche ist Sprungzeit für 144 Eber in der neuen
Schweinebesamungs-Anstalt in Gleisdorf. Deren nun nach sechs Monaten
Bauzeit eröffneter Neubau soll Grundlage für eine erfolgreiche
Schweinehaltung in der Steiermark sein. 950 Milliarden Spermien
verlassen täglich die Gleisdorfer Besamungsanstalt. Sie sind zu
"Tuben" von jeweils 2,2 Milliarden Spermien pro Portion verpackt. So
kommen sie gekühlt in Thermoboxen zu den heimischen Schweinebauern,
in deren Ställen dann die künstliche Befruchtung vorgenommen wird.
Absamung durch "Phantom". In Gleisdorf gibt jeder Eber zwei Mal pro Woche seinen Samen ab,
ohne jemals eine Sau gesehen zu haben. Die "Absamung" erfolgt durch
ein so genanntes Phantom, das einer Sau nachempfunden ist, denn in
ihrer Kernfunktion haben die Eber in den heimischen Schweineställen
zumeist ausgedient. "Jeder Schweinehalter ist aber gut beraten,
dennoch Eber als so genannte 'Animateure' zu halten, weil sie die
Sauen begeistern und deutlich anzeigen, wann der richtige Zeitpunkt
für die künstliche Besamung ist. Als Sprungeber kommen sie aber nicht
mehr zum Einsatz", so die steirische Landwirtschaftskammer. Die
Gründe: Besamungseber von der Schweinebesamungs-Anstalt haben eine
deutlich bessere Genetik. Außerdem kann ein Eber nicht mehrere Sauen
gleichzeitig belegen.
50.000 Ferkel.
Besamungs-Eber hatten vor Jahren noch unglaublich viele
Nachkommen. Bei einem zehnjährigen Einsatz waren 100.000 bis 150.000
Nachkommen keine Seltenheit. Durch eine gezielte Selektion blieben
jetzt nur mehr die besten Vatertiere in der Besamungsanstalt. Ein
fruchtbarer Vererber bringt es auch heutzutage noch auf 50.000
Ferkel. In der Besamungsanstalt Gleisdorf hat jeder Eber seinen Namen
- darunter so vielsagende wie Casanova, Chili, Argon, Mezkal, Pidias
und Lagaro.
Features
Fakten
Österreichs modernste Schweinebesamungs-Anstalt in Gleisdorf beherbergt 144 Eber.












