Steigen die Grade, dann fällt die Krawatte
Heiß ist's und es kann noch heißer werden. Kurze Hosen und ärmellose T-Shirts sind gefragt. Manche Berufsgruppen können davon aber nur träumen, denn für sie gelten strenge Bekleidungsvorschriften.

Foto © ReutersBrauchen Männer noch Krawatten?
Wie sich ein Banker kleidet, egal ob Sommer oder Winter? Ganz klar: Mit Hemd, Krawatte, Stoffhose, eventuell Sakko. Im Ausnahmefall ist ein T-Shirt erlaubt, Jeans aber sind verpönt. Und das auch bei den Damen, obwohl die Bekleidungsvorschriften für das weibliche Geschlecht nicht so streng sind.
Mit den Piercings, sagt Walter Heschl, Leiter der Volksbank in Anger, sei das so eine Sache. Ein Steinchen im Nasenflügel ginge vielleicht noch bei Mitarbeitern, die mit jungen Leuten arbeiten. Ein Ring in der Lippe passe aber nicht zum Bild eines Bankers. Ist es aber ganz heiß, fällt auch Heschls Krawatte. Ausnahmsweise.
Krawattenfan.
Ins Bild vom Wirtschaftskämmerer gehört ebenfalls eine Krawatte. "Zumindest, wenn es nach den Wünschen des Präsidenten Peter Mühlbacher geht", sagt der Leiter der Weizer Außenstelle Andreas Schlemmer. "Direktor Thomas Spann aber nimmt das nicht so genau", schmunzelt Schlemmer. Er selbst trägt an einem heißen Tag wie gestern ein dunkles Polo-Shirt zum sandfarbenen Anzug. Foto machen wir keines, da nehmen wir lieber ein offizielles - adrett mit Anzug.
"Überhaupt kein Thema" sei die Bekleidung am Gemeindeamt Birkfeld. "Aber automatisch zieht sich jeder ordentlich an", sagt Ursula Scherf, seit 27 Jahren im Birkfelder Amt. Shorts oder Shirts mit Spaghettiträgern im Büro zu tragen, wäre ihr nie eingefallen: "Nicht einmal, als ich jung war", sagt sie schmunzelnd.
Leger.
Bei der Chance B in Gleisdorf sieht man das ähnlich: legeres Outfit, keine Trägershirts. "Es kam schon vor, dass jemand im Strandleiberl zur Arbeit kam", erzählt Mitarbeiter Walter Pachler. Für ihn komme das nicht in Frage. "Man muss im Umgang mit Kunden ein gewisses Niveau erhalten", meint Pachler. Deshalb trägt er stets lange Hosen. Genauso wie Küchenleiter Patrick Reif. "In der Küche ist das aber gesetzlich vorgeschrieben: geschlossene Schuhe, lange Hosen und eine Mütze - auch wenn man eine Glatze hat", merkt Reif schmunzelnd an.
Fußkühlung.
"Die Leute sollen sich nicht schrecken, wenn sie herein kommen", gibt Claudia Berghold lachend auf die Frage nach einer Bekleidungsvorschrift beim Tip Citymanagement in Gleisdorf an. Gemeint sei damit eher seriösere Kleidung - zumindest dort wo man hinsehen kann. Was unter ihrem Schreibtisch vor sich geht, bleibt dem Auge jedoch verborgen. "Dort steht ein kleines Gebläse und so ziehe ich meine Schuhe aus, um mich abzukühlen", sagt sie und hält zum Beweise ihr rechtes Bein hoch.












