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Steinbruchunternehmen Marko will gegen Wasserschongebiet klagen

Bald sollen Teile des Weizer Berglandes zum Wasserschongebiet werden. Das würde jedoch auch das Steinbruchprojekt auf dem Wolfsattel verhindern. Die Firma Marko droht mit einer Millionenklage.

 
Noch ist der neue Verordnungsentwurf für ein Wasserschongebiet im Weizer Bergland gar nicht bekannt, schon droht dem Land Steiermark deswegen eine Klage vom Steinbruchunternehmen Marko.

Ausweisung als Schongebiet. Das Unternehmen befürchtet durch die Ausweisung als Schongebiet ein Ende für die geplante Erweiterung des Betriebs auf dem Wolfsattel. "Die Verordnung würde in das laufende Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingreifen und somit gegen die UVP-Richtlinien verstoßen", erklärt Peter Zötsch, Geschäftsführer von Marko. Es gehe bei der Klage nicht nur um die eine Million Euro, die Marko bereits in das Projekt gesteckt hat. "Unser Betrieb sowie alle anderen Steinbrüche der Region könnten keine Erweiterungen mehr vornehmen", sagt Zötsch, "in maximal zehn Jahren müssten alle geschlossen werden."

Klage. Dennoch blickt Zötsch optimistisch in die Zukunft: "Das Land wird es nicht wagen, das Wasserschongebiet zu machen." Würde doch der Streitwert der Klage in die Zig-Millionen Euro gehen.

Taktik. Beim Land ist man sich bewusst, dass Klagen im Raum stehen. "Das ist oft auch eine Taktik von Unternehmen", meint Peter Ebner, zuständig für Wasserrecht im Büro von Umweltlandesrat Manfred Wegscheider, "bisher sind wir aber noch nie verklagt worden." Um dies zu gewährleisten, überprüfe der Verfassungsdienst des Landes den neuen Entwurf. "Wir sichern uns in jeder Hinsicht ab", so Ebner.

Wasserschongebiet. Dass im Weizer Bergland ein Wasserschongebiet angedacht ist, sei bereits seit 16 Jahren bekannt. Warum gerade jetzt das Schongebiet ausgewiesen werden soll, liege an einer Verschlechterung der Wasserqualität. "Sonst könnten wir gar kein Schongebiet machen", erklärt Ebner.

Schützenswert. In den neuen Verordnungs-Entwurf werden derzeit die Ergebnisse weiterer Gutachten eingearbeitet. "Eines kann aber definitiv gesagt werden", so Peter Ebner, "der Wolfsattel ist ein sehr schützenswerter Bereich, was das Grundwasser angeht." Durch den geplanten trichterförmigen Abbau werde die Situation noch weiter verschärft, so Ebner: "Der Trichterabbau ist doppelt gefährlich, weil sich dadurch alles unten sammelt." Ob dies das Aus für das Steinbruchprojekt auf dem Wolfsattel bedeutet, bleibt aber unausgesprochen. "Die Verordnung, die Ende Jänner oder Anfang Februar erlassen werden soll, schafft Rechtssicherheit für alle", verspricht Ebner.

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