Aufstand der Bauern
500 Bauern ließen kürzlich ihre Vertreter von Kammer und Verband alleine im Saal sitzen und folgten dem "Rebellen".

Foto © Ulla Patz
Werden es 500, werden es 700 Bauern sein, die heute zur Podiumsdiskussion der "Aktion Gemeinsamer Bauern" in Sinabelkirchen kommen (19 Uhr, Mehrzweckhalle)? Nach dem Eklat vom letzten Montag wohl eher mehr als weniger. Montag hatten Landwirtschaftskammer und der Verband der steirischen Erwerbsobstbauern zu einer Info-Veranstaltung über die neue Steuerreform eingeladen. Als der Ilztaler Obstbauer Hans Herbst, als Rebell gegen die Obrigkeit bekannt, das Wort ergriff, sollte er gleich wieder zum Verstummen gebracht werden. Erzürnt verließ er den Saal - und mit ihm geschlossen alle 500 Bauern. "Zum ersten Mal stand der Bauernpräsident (Gerhard Wlodkowski, Anm. der Redaktion) ohne Bauern da", sagt Herbst.
Das war nur der Anfang. Die "Aktion Gemeinsamer Bauern" erfreut sich regen Zuspruchs, dafür treten Bauern reihenweise aus dem Bauernbund aus. Grund dafür ist die neue, bereits beschlossene Steuerreform. Bauern, die mehr als 60 Hektar (reduzierte) Nutzfläche, mehr als 120 Vieheinheiten, mehr als 10 Hektar Obstbau oder mehr als 0,6 Hektar Wein haben, fallen aus der Vollpauschalierung (wir berichteten). Die "Aktion" fordert, dass die Steuerreform zurückgenommen wird und dass der Arbeitsplatz des Bauern am Hof gefördert wird und nicht die Fläche, die er bewirtschaftet. Für die Bauern bedeutet die Steuerreform mehr Bürokratie und weniger Einkommen. "Nicht einmal auf drei Euro Stundenlohn komme ich so", sagt Herbst.
Der Gersdorfer Walter Schmid ist einer derer, die den Bauernbund verlassen haben: "40 Bauern haben sich mit einer Unterschriftenliste an den Bauernbund gewandt mit der Bitte um Unterstützung, wir haben nicht einmal eine Antwort von offizieller Seite bekommen", sagt Schmid, "daher bin ich ausgetreten." Heute Abend werden Vertreter aller Parteien erwartet, um zu den Problemen Stellung zu nehmen. Weitere Treffen sind geplant.













