"Knopflochchirurgen" am LKH Weiz
Ein Nebenschauplatz im Gesamtgefüge, dennoch steigend im LKH Weiz: Die Tagesklinik. Was für Patienten angenehm ist, ist für das Personal eine große Herausforderung.

Foto © LKH WEIZ Große Schnitte gehören nicht mehr zum Alltag, der Trend geht in Richtung Knopflochchirurgie
Am liebsten ist es Roland Fegerl, wenn er gar nicht groß aufschneiden muss. Am liebsten ist dem Primar der chirurgischen Abteilung am LKH Weiz die minimalinvasive Medizin, wo der Patient nach einer Operation keine Narbe mehr hat, die vom Unterbauch bis zum Hals geht, sondern nur mehr ein paar knopfgroße Narben, die auf eine Operation schließen lassen.
Wie das geht? Indem der Chirurg mit winzigen Geräten, die quasi an einem Stab befestigt sind, die Operation vollzieht. Was er tut, sieht er am Monitor. Das Bild dazu kommt von einer Kamera, die über einen kleinen Schnitt in den Körper eingeführt wird.
Diese moderne Medizin erlaubt es auch, dass die tagesklinischen Eingriffe - das heißt, der Patient bleibt maximal zwölf Stunden im Spital - mehr werden. Keine große Narbe bedeutet auch keine so große Belastung für den Patienten.
Die tagesklinischen Eingriffe sind zwar nach wie vor "ein Nebenschauplatz", wie Fegerl sagt, aber dennoch im Steigen. "Nebenschauplatz" deshalb, weil von den mehr als 2000 Eingriffen pro Jahr in der chirurgischen Abteilung die tagesklinischen nur einen Bruchteil ausmachen, auch wenn "wir heuer schon mehr als 100 solcher Eingriffe hatten."
Was kann man tagesklinisch operieren? "Fingerfrakturen, Überbeine, Eingriffe an Sehnen, kleine Krampfadern oder Nabelbrüche, um nur einige Beispiele zu nennen. Für das Krankenhauspersonal ist das eine besondere Herausforderung: "Wir müssen drei Mal so wachsam sein und mehrmals überprüfen, ob die Anforderungen für einen tagesklinischen Eingriff vorhanden sind.
Die Patienten dagegen seien begeistert, vor allem Jüngere. "Ältere aber kommen oft noch mit zwei Koffern und sagen: ,Jetzt geh' ich eine Woche ins LKH und lasse mich gesund machen.'"
Features
Kommentar
FAKTEN
Das Landeskrankenhaus Weiz kann insgesamt 76 Betten zur Verfügung stellen, 16 davon sind Sonderklasse und vier sind Schwerkrankenbetten.
Abteilungen: Interne Medizin und Chirurgie. Dazu kommt das Institut für Anästhesie und Intensivmedizin.
Weiters gibt es am LKH Weiz das Angebot der Tagesklinik.
Leitung: Ärztlicher Leitung ist Primar Gerhard Zischka. Er ist auch der Leiter der Abteilung für interne Medizin.
Primar der Abteilung für interne Medizin ist Roland Fegerl. Walter Eder-Halbedl ist der Betriebsdirektor, die Pflege untersteht Pflegedirektorin Susanna Reisinger.
Infos: www.lkh-weiz.at. Tel. (03172) 22 14-0













