Auf der Jagd nach einem guten Spiel
Chris Thor und Patrick Koch sind "Groundhopper". Das heißt, sie besuchen in ganz Europa interessante Fußballpartien.

Foto © PrivatChris Thor und Patrick Koch am vergangenen Mittwoch im Stadion Stoice in der slowenischen Hauptstadt
Ein Glück, dass sich gestern im Champions-League-Finale der FC Bayern München und Chelsea FC gegenüberstanden. Denn weder der deutsche Rekordmeister noch die Londoner Kicker zählen zu den Lieblingsklubs von Chris Thor und Patrick Koch aus Gleisdorf. Wäre das anders, wären die beiden wohl mitten unter den 70.000 Zuschauern in der Münchner Allianz-Arena gesessen. "Das hätte uns in den Ruin getrieben", sind sich die Studenten in Anbetracht der horrenden Ticketpreise grinsend einig.
Thor und Koch sind "Groundhopper", Fußballfans der besonderen Art, die sich in halb Europa Fußballspiele live zu Gemüte führen. Kein Weg ist ihnen dabei zu weit. Im Herbst ging es sogar zu einem Heimspiel von Fenerbahce Istanbul. Aber nicht mit dem Flugzeug - die 1500 Kilometer wurden mit dem Auto zurückgelegt. "Ich denke, es waren 2000 Kilometer. Wir sind einen kleinen Umweg gefahren", erklärt Thor. Auf dem Weg in die türkische Metropole spielte der rumänische Klub Galati in Bukarest gegen Manchester United. "Die Partie mussten wir uns einfach reinziehen."
Vor vier Jahren wurden die 24-Jährigen vom "Groundhopping"-Fieber erfasst. Begonnen hat alles mit dem AC Mailand. "Wir wollten uns die Stadt anschauen und dabei hat sich eben ein Spiel ergeben", sagt Koch. Mittlerweile sei es umgekehrt. Anfang Mai erlebte er sein Traumspiel - das Mailänder Derby.
Andauernd sind die beiden auf der Suche nach neuen Destinationen. Erst am Mittwoch stand ein Besuch in Laibach auf dem Programm. Im Stadion Stoice wurde das U17-EM-Finale zwischen Deutschland und Holland ausgetragen. "Ein Geheimtipp", so Koch. Apropos Europameisterschaft: Am 21. Juni geht es nach Warschau zum Viertelfinale der Großen.
"Es ist einfach unglaublich, wie Menschen in anderen Ländern den Fußball leben", meint Thor, der Spezialist für die englische Premier League ist. "Das kann man mit Österreich nicht vergleichen." Bei Union Berlin gehe man beispielsweise nur bei Rot, der Vereinsfarbe, über die Straße. Zu empfehlen sei aber auch das Anfield-Stadion in Liverpool. "Wer da keine Gänsehaut bekommt, macht etwas falsch."
Die Reiseziele gehen den beiden Junggesellen jedenfalls nicht aus. Glasgow, Düsseldorf oder ein Spiel in Spanien steht auf der Liste - denn ausgerechnet im Land des Europameisters waren die beiden noch nicht.












