Anderer Blickwinkel
Wer sagt, wohin wir schauen müssen? Zwei Künstlerinnen setzten neue Markierungen an geführten Routen und stellten so die Inbesitznahme des öffentlichen Raumes infrage.

Foto © IFESBlau-weiße Bänder als alternative Markierungen am Feistritztal-Radweg
Markierungen an Wanderwegen oder Radtouren beeinflussen den Blick des Wanderers oder Radlers. Das sei, so die beiden Künstlerinnen Ursula Kiesling und Maki Stolberg, eine Form der Inbesitznahme des öffentlichen Raumes durch Touristiker. Dem setzen die beiden in einem Projekt ihren eigenen Blick entgegen. Sie brachten eigene Markierungen - blau-weiße Absperrbänder - entlang von Routen im Feistritz- und im Raabtal, im Leechwald und im Ausseerland an.
"Wir haben uns den öffentlichen Raum künstlerisch angeeignet, indem wir unsere eigenen Markierungen gesetzt haben, wir haben uns einen eigenen Weg gebahnt", sagt Maki Stolberg, die in Gutenberg lebt. Ihre Kollegin Kiesling lebt in Wien, beide bilden das Künstlerinnenteam "iefs". Mit dem Projekt wollen sie darauf hinweisen, dass solche Markierungen den Blick in eine bestimmte Richtung lenken. "Die Markierung wird mehr wahrgenommen als die Landschaft", sagt Stolberg.
Passanten wurden in das Kunstprojekt mit einbezogen - sie wurden von den Künstlerinnen interviewt und fotografiert. "Die Leute waren sehr freundlich und kooperativ", sagt Stolberg.
Den Sommer und Herbst über sammelten sie Material, heute wird dieses in Gleisdorf in einer Ausstellung gezeigt. Beginn ist um 17 Uhr in der Galerie "einraum" in der Gleisdorfer Bürgergasse.
Das Projekt entstand im Auftrag des Institutes für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark.















