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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2012 um 20:17 UhrKommentare

"Auf letzten Weg einstellen"

Der ehemalige Köflacher Bürgermeister Franz Buchegger engagiert sich in der Hospizbewegung.

Foto © Andrea Kratzer

Vom Hospizverein wird eine Lebensbegleitung bis zuletzt und darüber hinaus geboten. Auch in der Trauerbegleitung. Es geht darum, dass Leben bis zum letzten Atemzug Leben ist", erläutern Ute Dolnicar, Leiterin vom Team in Voitsberg und Maria Moser vom Team in St. Stefan ob Stainz. "Wir werden in der Regel angerufen. Unsere Einsätze sind kostenlos, ehrenamtlich und freiwillig."

Zudem sind es Schmerzpatienten, die vom Palliativteam mit Stützpunkt in Deutschlandsberg in Abstimmung mit dem Hausarzt betreut werden. Auch diese Einsätze sind kostenlos. Dieses Team, bestehend aus Spezialisten, darf aber nur beraten.

Wer sich entschließt ehrenamtlich für einen Hospizverein tätig zu werden, muss ein Hospizgrundseminar absolvieren, in dem er "Zusatzqualifikationen erwirbt, die man im Leben gut brauchen kann", so Dolnicar und Moser. Einer, der an Wochenenden sechs Module Theorie vermittelt bekam und ein Praktikum machte, ist der ehemalige Köflacher Bürgermeister Franz Buchegger. Am kommenden Montag bekommt er sein Zertifikat in St. Stefan verliehen und verstärkt somit das 19-köpfige Damenteam des Voitsberger Hospizvereines.

"Ich bin seit Jänner jede Woche nach Graz gefahren und habe jeweils drei Stunden Kontakt mit Patienten gehabt. Ich betreue durchschnittlich vier Patienten", berichtet Buchegger. "Manche führe ich mit dem Rollstuhl spazieren, mit anderen arbeite ich ein Stück ihrer Lebensgeschichte auf. Teils sind auch Gespräche mit Angehörigen sehr nützlich", weiß Buchegger aus seiner Praxis. "Ich mache das, weil ich mich zeit meines Lebens mit Menschen beschäftigt habe und als Bürgermeister mit vielen persönlichen Problemen konfrontiert wurde."

Er habe sein Engagement bisher nicht bereut. "Man sieht das Leben aus einem anderen Blickwinkel und findet auch positive Lebenserfahrung für den eigenen Weg. Man sollte sich auf seinen letzten Weg einstellen und damit auseinandersetzen", meint Buchegger.

Eine wichtige Sache bei der Hospizarbeit ist für Dolnicar, Moser und Buchegger auch das Vermitteln von Informationen: Beispielsweise über die Möglichkeit von Patientenverfügungen. "Jeder Patient kann rechtzeitig damit festlegen, welche Behandlung er nicht haben möchte, beispielsweise eine Magensonde. Oder wenn jemand keine Wiederbelebung wünscht."

Es existieren verschiedene Formen wie die verbindliche oder beachtliche Patientenverfügung. Wer detaillierte Informationen darüber braucht, kann jederzeit einen Termin mit den Verantwortlichen vom Hospizverein vereinbaren (Team Voitsberg Tel. 0664-948 78 33 oder Team St. Stefan o. St. Tel. 0676-50 22 107. "Eine dritte Möglichkeit ist eine Vorsorgevollmacht, die eine bestimmte Person berechtigt, in Gesundheitsfragen zu entscheiden."

ANDREA KRATZER

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