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Zuletzt aktualisiert: 29.02.2012 um 12:59 UhrKommentare

A-Tec beantragt Abriss von ÖDK3

Nach längerer "Feuerpause" hat die A-Tec von Mirko Kovats in der Stadtgemeinde Voitsberg um eine Abbruchbewilligung für das Braunkohlekraftwerk angesucht.

Foto © Andrea Kratzer

Knalleffekt beim Kraftwerk Voitsberg: "Die Firma A-Tec stellte bei der Stadtgemeinde Voitsberg einen Antrag auf einen Vollabbruch der Kraftwerke. Ursprünglich wollte man nur um einen Teilabbruch ansuchen. Ich habe gleich klargestellt, dass das schwierig durchzusetzen sein wird", berichtet der Voitsberger Bürgermeister Ernst Meixner. In jüngster Zeit hätten sich Interessenten für das Kraftwerk Voitsberg gemeldet, die grundsätzlich nur die Innereien, also die Kraftwerkskomponenten, demontierten wollten.

"Ich habe den Firmenvertretern und auch den Noch-Eigentümern in aller Deutlichkeit gesagt, dass Industrieruinen nicht akzeptabel sind und erteilte den Teilabbruchsplänen eine klare Absage", schildert Meixner. "Die Ära von Kohlekraftwerken in Voitsberg ist zu Ende", hält Meixner unmissverständlich fest.

Seit dem Kauf des Braunkohlekraftwerkes durch den Industriellen Mirko Kovats vom Verbund habe er immer festgehalten, dass die Umrüstung auf Steinkohle allein für ihn nie ein Thema gewesen sei. Für ihn sei es immer um das Gesamtprojekt samt dem avisierten Kompetenzzentrum und die damit verbunden Arbeitsplätze gegangen.

"Weiters war klar, dass wir keine Industrieruinen wollen und dass es zudem um eine sinnvolle Verwertung des Grundstückes geht", so Meixner. Etwas Gescheites könne aber nur entstehen, wenn das Areal frei sei. "Von Tourismus-Arbeitsplätzen allein kann die Region auch nicht leben. Was die meisten vergessen, ist, dass in der Vergangenheit Tausende Arbeitsplätze verloren gingen, die Aufwendungen für die Infrastruktur jedoch für die Gemeinden unverändert bestehen bleiben. Das Abbruchverfahren werde von der Stadtgemeinde Voitsberg in erster Instanz abgewickelt, Termin stehe noch keiner fest.

Einnahmequelle

"Ich gehe davon aus, dass der Grund von jemanden gekauft wird. Von der Stadtgemeinde werden wir den neuen Eigentümern helfen, wo es geht, weil die Kommunalsteuer für Voitsberg eine wesentliche Einnahmequelle darstellt." Das Areal ist übrigens als Industriegrund gewidmet, wobei ein Teil im Brunnenschutzgebiet liegt. Laut Meixner sind dennoch alle möglichen Ansiedlungen machbar. Einen Seitenhieb auf VP-Vizebürgermeister Walter Gaich kann sich Meixner nicht verkneifen: "Wenn dann der Abbruch Wirklichkeit geworden ist, darf ich mich hoffentlich auf die von der Voitsberger ÖVP angekündigten 300 Arbeitsplätze oder die von Alt-Vizekanzler Riegler kolportierten 220 Arbeitsplätze in einem Biomasse-Kompetenzzentrum freuen."

Dazu Walter Gaich: "Ich bin auch für Arbeitsplätze und werde mich bemühen, dass wir welche zustande bringen, auch wenn man als Politiker nur wenig beitragen kann. Man kann sich nur um Investoren kümmern, die Arbeitsplätze schaffen." Er warnt momentan noch vor zu großer Euphorie: "Wenn es einen positiven Abbruchbescheid gibt, heißt das nicht, dass auch wirklich gleich etwas passiert. Der Bescheid hat fünf Jahre lang Gültigkeit."

Einser-Werk

Zufrieden mit der aktuellsten Entwicklung zeigt sich auch der Bärnbacher Bürgermeister Maximilian Kienzer. Er ist ebenfalls unmittelbar betroffen, weil ein Teil des Areals auf Bärnbacher Gemeindegebiet liegt. "Für das Einser-Werk haben wir bereits vor drei Jahren einen Abbruchbescheid ausgestellt, der rechtskräftig ist, allerdings steht das Gebäude noch. Beim jetzigen Werk ÖDK 3 sind wir nicht betroffen. Ein Teil des Bürogebäudes steht zwar ebenfalls auf Bärnbacher Grund, aber dafür wurde noch kein Abriss beantragt."

Für ihn sei es seine "Super-Sache für den ganzen Bezirk", wenn das Braunkohlekraftwerk verschwinde. "Ich denke, dass die A-Tec diesen Abbruchbescheid für einen Kauf-Interessenten braucht."

Große Freude herrscht derzeit bei den Grünen: "Ermutigend für alle, die für ihre Lebensbedingungen und die ihrer Kinder kämpfen - der Einsatz der Bürgerinnen und Bürger hat sich ausgezahlt", meint die Landtagsabgeordnete Ingrid Lechner-Sonnek von den Grünen. Sie gratuliert der Bürgerinnen- und Bürgerinitiative zu diesem Musterbeispiel an Bürgerbeteiligung: "Danke an alle für ihren Einsatz und Widerstand gegen die geplante CO2-Schleuder."

ANDREA KRATZER

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