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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 um 20:18 UhrKommentare

Glasfabrik im "Grünbereich"

Das Klassenzimmer mit der Produktionshalle der Glasfabrik Köflach getauscht haben Jugendliche der Neuen Mittelschule aus Voitsberg: ein brandheißer Lokalaugenschein.

Schüler der NMS Voitsberg

Foto © KratzerSchüler der NMS Voitsberg

Das ist schön, oh my god", schwärmt eine Schülerin beim Betreten des Empfangsbereiches der "Stölzle Oberglas GmbH" in der Fabriksstraße 11 in Köflach. 13 Jugendlichen der 4 c der NMS Voitsberg, die mit Lehrer Alfred Mayer das Klassenzimmer in die Produktionsstätte verlegt haben, verteilen sich auf der Couch und hören gebannt Manfred Michtner zu, der die Führung macht. Michtner ist Experte für "Zerbrechliches", schließlich arbeitete er 40 Jahre in allen Bereichen des Betriebes vom Einträger bis zum Glasmacher und Hüttenmeister. "Vor der Schule war das schon mein Spielplatz", zeigt der Köflacher seine Verbundenheit mit dem Unternehmen auf.

Michtner erzählt von den Anfängen, von den Waldglashütten. "Könnt ihr euch noch an Salla erinnern im vorigen Jahr?" Kleine Zwischenfrage von Mayer. Eh, klar, dass die Schüler den Ausflug nicht vergessen haben. Als Michtner von einstigen wirtschaftlichen Problemen berichtet, ehe der Industrielle Cornelius Grupp das Werk kaufte, hakt Mayer wieder ein: "Was heißt schwarze Zahlen?" "Wenn man im grünen Bereich ist." Mayer bohrt nach: "Und rote Zahlen?" Logische Antwort: "Nicht im grünen Bereich."

Penicillin

Michtner erklärt, warum Pharmaprodukte keimfreie Qualität aufweisen müssen, und dass Penicillin in weißen Fläschchen abgefüllt wird. "Jägermeister" gehört auch in den "grünen" Bereich: "Ende des Monats werden wir wieder auf grünes Glas umsteigen, weil in der Faschingszeit viel Jägermeister gebraucht wird. Dann arbeiten wir in vier Linien, wobei 480 Stück in der Minute erzeugt werden." Wenn beide Wannen in Betrieb sind, entstehen täglich rund 270 bis 280 Tonnen Glasprodukt. In der Halle können sich die Jugendlichen - mit Ohrstöpseln geschützt - das bildhaft vorstellen, wenn der zerbrechliche Rohstoff wie ein Sternschnuppenregen aus den Maschinen fliegt, in Form gegossen und danach auf den Fließbändern weiterbefördert wird. Zu sehen sind gerade Marmeladebehälter oder Gewürzgläser.

In der Produktion kommt bei Mayer ein "deja-vu-Gefühl" auf: "Im Sommer habe ich früher in Voitsberg neun Wochen in der Glasfabrik Nachtschicht gemacht." Die Schüler zeigen sich beeindruckt: vom "Vorleben" ihres Lehrers und der harten Arbeit in der Glasfabrik.

ANDREA KRATZER

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