Jugend lehnt Gewalt ab
Studie: Im Bezirk Voitsberg hat die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen abgenommen. Auch Mobbing im Internet ist für die Mädchen und Burschen kaum ein Thema.

Foto © Helmuth Weichselbraun/Sujet
Generell herrscht wenig Gewaltanwendung unter den steirischen Jugendlichen, im Vergleich zum Jahr 2009 ist sogar ein Rückgang zu bemerken. Wobei die Gewaltbereitschaft im urbanen Bereich noch größer ist als im ländlichen.
"Dabei zeigen Burschen mehr Bereitschaft zur Gewalt als Mädchen. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind signifikant häufiger Täter, aber auch häufiger Opfer", erklärt Christian Ehetreiber, Autor der groß angelegten "3. Steirischen Jugendstudie", die die "Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus" gemeinsam mit der Arbeiterkammer und der Stadt Graz unter 2650 Jugendlichen durchgeführt hat. So geben 75,3 Prozent aller Jugendlichen aus dem Bezirk Voitsberg und Graz-Umgebung an, noch nie eine Schlägerei provoziert zu haben. 11,6 Prozent haben selten und 9,3 Prozent manchmal eine Schlägerei ausgelöst. "Gewalt herrscht weitaus stärker unter den Jugendlichen als von den Erwachsenen gegenüber Jugendlichen", analysiert Ehetreiber.
Zivilcourage
7,3 Prozent der Befragten haben schon rassistische Übergriffe beobachtet, in Graz sind es sogar 9,3 Prozent. Was die Zivilcourage betrifft, liegt die heimische Region im Mittelfeld. 19,1 Prozent gaben an, bereits sehr oft jemanden vor Gewalthandlungen in Schutz genommen zu haben. Am meisten Zivilcourage gibt es mit 22,4 Prozent noch in der Stadt Graz. "Beim Thema Zivilcourage herrscht akuter Handlungsbedarf bei der steirischen Landes- und Kommunalpolitik", betont Ehetreiber. Ein Zivilcourage-Training für Jung und Alt hat die "Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus" bereits vorgelegt.
Mit verbalen verletzenden Übergriffen sind in der Region 8,4 Prozent aller Mädchen und Burschen oft konfrontiert. Mobbing oder Stalking im Internet ist in der Weststeiermark so gut wie kein Thema, die meisten Fälle gibt es in der Region Obersteiermark West.
Was das Konsumverhalten der Jugendlichen betrifft, wird am meisten Geld für Handyrechnungen und Ausgehen ausgegeben. Es folgen klassische Konsumkredite wie für den Kauf eines Fahrzeugs oder die Einrichtung einer Wohnung. "Im Bezirk Voitsberg und Umgebung ist die Zufriedenheit mit den Einkaufsmöglichkeiten um ein Vielfaches höher als etwa in der Region Liezen oder Obersteiermark West. Die Landeshauptstadt und der steirische Zentralraum können mit dem größeren Angebot an Einkaufsmöglichkeiten bei den Jugendlichen besser punkten", weiß Ehetreiber. Die männlichen Jugendlichen sind finanziell jedoch deutlich besser gestellt als die weiblichen. In Bezug auf Verschuldung liegt die heimische Region steiermarkweit an dritter Stelle. 7,6 Prozent aller Mädchen und Burschen müssen Kredite, offene Rechnungen oder Kontoüberziehungen zurückzahlen.








