Kräuterweihe am Großen Frauentag
Ein besonderer Tag im Kirchen- und Bauernjahr.
VOITSBERG. In diesen Tagen werden im Bezirk Voitsberg Heilkräuter gesammelt und zu kleinen Büscheln gebunden: Am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt oder "Großer Frauentag", wie er genannt wird, laden die Pfarrgemeinderäte aus Kainach und Geistthal zur Kräuterweihe beim Millenniumstein am Römaskogel ein. Dort, an der Pfarrgrenze zwischen den beiden Orten, werden um 15 Uhr die Kräuter gesegnet und verteilt. Danach wird zu einer Agape geladen.
Ebenfalls am Montag, dem 15. August, finden in der Wallfahrtskirche in Maria Lankowitz um 8.30 und 10 Uhr Gottesdienste mit Kräuterweihen statt. In Ligist beginnt die Blumen- und Kräutersegnung am 15. August um 8.30 Uhr. In der Kirche in Pichling werden die Kräutersträußchen bei der Messe um 8.30 Uhr geweiht.
Im Kirchenjahr und besonders im Bauernjahr hat der "Große Frauentag" einen hohen Stellenwert. Denn mit ihm beginnt der "Frauendreißiger", so werden die Tage bis zum 12. September, dem Fest "Mariä Namen", genannt. Diese Zeitspanne gilt als gesegnete Zeit und ist deshalb günstig für das Sammeln der meisten Heilkräuter. So schrieb der Volkskundler Viktor von Geramb in seinem Buch "Sitte und Brauch in Österreich", dass im "Frauendreißiger" alle "Gifte in Pflanzen und Tieren ihre Schärfe verlieren, wogegen die Heilkräfte dreifach gesegnet und gesteigert werden". Deshalb werden um den "Großen Frauentag" die wichtigsten Heilkräuter gesammelt und zur Segnung gebracht.
Für den Laien ist beim Sammeln von Kräutern jedoch Vorsicht geboten. Nicht alles, was in heimischen Gefilden wächst, ist auch der Gesundheit zuträglich. Bei so manchem Gewächs kann eine falsche Dosierung fatale Folgen haben. KARL MAYER








