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Zuletzt aktualisiert: 07.08.2011 um 07:00 UhrKommentare

Vier Frauen, acht Räder, 2200 Kilometer

Das Team "Pro Cycling - Sehen ohne Grenzen" ist die erste Damenstaffel, die sich ab Freitag dem "Race Around Austria" stellt.

Foto © Privat

Rund 2200 Kilometer und 28.000 Höhenmeter. Nonstop, ohne Pause, immer hart an der Grenze. Nur der Asphalt wird der ewige Begleiter sein. Und die Rennstrecke die vorübergehende Heimat. Vier Frauen stellen sich als erstes rein weibliches Team dem "Race Around Austria", das am 12. August in Schärding am Inn (Oberösterreich) startet und einmal rund um die Alpenrepublik führt. Nicht nur, um zu beweisen, zu welchen Leistungen Frauen im Radsport fähig sind. Sie wollen vor allem eines aufzeigen: Es geht auch ohne Doping.

Medizinerin Petra Mächler, Physiotherapeutin Birgit Happenhofer und Diplomsozialarbeiterin Gabi Hütter wollen samt ihrer bayerischen "Gastradlerin" Carmen Ziegelmeier-Streb nicht nur die Langstrecke bezwingen, sondern auch sportmedizinische Tests absolvieren. "Wir wollen gemeinsam mit dem Männerteam des Rotarier Clubs Voitsberg, das ebenfalls am Projekt teilnimmt, zum einen zeigen, was Hobbysportler ganz ohne Hilfsmittel leisten können. Aber natürlich wollen wir so auch gesundheitliche Gefahren erkennen", erklärt Mächler.

Die Idee, sich als erste Damenstaffel in den Sattel zu schwingen, entstand übrigens ganz spontan. Mächler lernte letztes Jahr bei einem Radurlaub in Andalusien Ziegelmeier-Streb kennen. "Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und haben uns spontan dazu entschlossen", erinnern sie sich. Später kamen noch ihre zwei jetzigen Pedalkolleginnen dazu.

Seither wird fleißig trainiert. Denn auch wenn das Rennen im Zeichen einer guten Sache steht - die Damen radeln zugunsten des Projektes "Sehen ohne Grenzen" -, so sind sie doch wahre Kämpfernaturen. "Wir wollen auf keinen Fall als letzte Mannschaft ins Ziel kommen", meinen sie sehr bestimmt.

Ihre Stärken als Einheit sehen sie dementsprechend klar. "Wir haben auf dem Rad alle einen sehr ähnlichen Rhythmus, was eine gute Ausgangslage ist. Außerdem sind wir alle richtige Kämpfernaturen. Aufgeben gibt es nicht, genauso wenig wie Zickereien", erklären sie. Die Freude auf die nahende Herausforderung, bei der sie auch den Großglockner mit ihrem Muskelschmalz bezwingen müssen, ist dementsprechend groß.

Welches Ergebnis sie genau erfahren werden, können sie aber nicht einschätzen. Die Rennradlerinnen gehen nur davon aus, dass sie in der Nacht auf Dienstag ins Ziel einfahren werden. "Die besten Teams und Einzelfahrer werden sicher schon am Montag wieder zurück in Schärding sein", sind sie sich sicher.

Talisman vom Profi

Ganz allein werden sie bei ihren in achtstündigen Etappen eingeteilten Routen aber nicht sein. Zahlreiche Familienmitglieder und Freunde werden als Betreuer rund um die Uhr dicht an ihrer Seite sein. Und ein ganz besonderer Glücksbringer. Mächler besitzt nämlich durch einen glücklichen Zufall ein Trainingsrad von Mark Cavendish, mit dem der britische Weltklasse-Sprinter schon bei der Tour de France an den Start ging. "Der Geist von ihm ist also immer dabei. Wer weiß, vielleicht beflügelt uns das ja noch zusätzlich."

ANDREA STANITZNIG

GABI HÜTTER

Für die Diplomsozialarbeiterin und Psychotherapeutin aus Graz ist der Sport Ausgleich zum Berufsalltag. Ein weiteres Hobby ist das Entdecken von neuen Ländern.

BIRGIT HAPPENHOFER

Die gebürtige Aflenzerin mit Wohnsitz in Graz ist mit 22 Jahren die Jüngste im Damenteam. Für die Physiotherapeutin ist es die erste Langstrecken-Tour.

PETRA MÄCHLER

Die 48-jährige Ärztin ist seit ihrer frühen Jugend begeisterte Hobbysportlerin. Mächler ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und dem Sohn in St. Radegund bei Graz.

CARMEN ZIEGLMEIER-STREB

Die 42-jährige Gesundheitsmanagerin ist aus München und somit die "Gastradlerin" im steirischen Team. Sie ging mit 19 als Eisschnellläuferin bei Olympia an den Start.

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