Weststeirer hoffen auf weitere Serien-Folgen
"Das Glück dieser Erde": Für zweite Staffel stünden in Piber die Stalltüren offen. Kommt die Serie bei deutschen TV-Konsumenten gut an, stehen die Chancen für Fortsetzung gut.

Foto © ORF Hauptdarstellerin Eva Herzig
Das muss man erst einmal schaffen: Mit dem einen Auge nach den Quoten schielen und mit dem anderen in Richtung Serienfortsetzung. In der Weststeiermark wird dieser Optikeralbtraum derzeit praktiziert. Kommt nämlich "Das Glück dieser Erde", das derzeit ausschließlich auf dem Rücken der Lipizzaner liegt, bei deutschen TV-Konsumenten gut an, stehen die Chancen gut, dass die Rösser im Herbst wieder in Serie vor die Kamera galoppieren.
"4,8 Millionen und 4,2 Millionen Zuschauer" hatten laut Köflachs Citymanager Kurt Riemer die ersten beiden von der ARD ausgestrahlten Folgen. Das hört sich ganz gut an, noch dazu war die Konkurrenz beinhart: "Glück"-Hauptdarstellerin Eva Herzig musste es als Gestütsleiterin Katharina Lenz mit der deutschen Damenfußballmannschaft aufnehmen, die im ZDF kickte. In Österreich wiederum schafften es die Lipizzaner - letzte Folge Donnerstag, 14. Juli - auf Quoten um die 22 und 23 Prozent. Zum Vergleich: Ebenfalls rund 23 Prozent des Fernsehpublikums mundet Pilchers rosa Welt.
Die Lipizzaner vor den Werbekarren zu spannen, soll sich für die Region rentieren. Wie der Bezirk Voitsberg von der TV-Serie profitieren könnte, wird sich laut Tourismusverbandsobmann Harald Kalcher aber erst in einem Jahr sagen lassen. "Zuerst müssen die Veranstalter reagieren, sie schreiben die Reisen aus." Dann werde man sehen, wie groß das Interesse sei, und könne auf Gästewünsche eingehen. "Wir müssen schauen, dass wir Guides aufstellen", so Kalcher. Führungen zu den Drehorten könnten seiner Meinung nach für Touristen interessant sein. Davon hätte die ganze Region etwas. Das Fernsehteam war in Graden oder Hirschegg genauso zu Gange wie in Voitsberg oder bei der Hierzmannsperre. Auch für Kalcher ist wie für Riemer "das Hauptthema: Gibt's eine Fortsetzung oder nicht?".
Köflachs Bürgermeister Willi Zagler, zu dessen Gemeinde das Gestüt Piber zählt, ist guten Mutes. Er will sich "an höherer politischer Stelle" dafür einsetzen, dass die Produktion weiter als touristisches Zugpferd dient: Zagler möchte "eine Botschaft in Richtung Land" schicken und um Unterstützung ersuchen.
Für "Das Glück dieser Erde" hat der Bürgermeister sogar sein Haus zur Verfügung gestellt, für acht Serienminuten wurde zwei Tage lang bei ihm gedreht. "Es ist eigenartig, fast so wie ein Spiegel im Spiegel, wenn ich mir die Folgen, in denen mein Haus vorkommt, anschaue. Ich sehe auf dem Bildschirm die Stiege in meinem Wohnzimmer und dahinter die Stiege in Wirklichkeit." Dass rund fünf Millionen Zuschauer wöchentlich in seinen vier Wänden zu Gast sind, stört Zagler nicht: "Ich würde es jederzeit wieder tun." Hauptsache, es gibt grünes Licht für eine zweite Staffel. Bis zum Herbst wird in Sachen Fortsetzung laut seinen Informationen allerdings keine Entscheidung fallen. Stünden Darsteller und Lipizzaner für die Familienserie wieder vor der Kamera, wäre Zagler jedoch happy - ganz ohne End'.
An der TV-Serie kommt derzeit übrigens kein Köflach-Besucher oder -Bewohner vorbei: In Piber, bei der Therme, bei der Stadtein- und -ausfahrt blickt Eva Herzig auf meterhohen Plakaten in die Ferne. Dabei ist es laut Bürgermeister gar nicht so einfach, die Hürde der Lizenzverträge zu nehmen. Zagler: "ORF, ARD und Hauptdarstellerin müssen für so ein Plakat ihre Zustimmung geben."










