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Zuletzt aktualisiert: 10.06.2011 um 21:16 UhrKommentare

Die Gerüche aus der "Duftbar" noch in der Nase

Vor 150 Jahren wurde erstmals ein Kunde begrüßt: Im Lauf der Zeit hat sich das Voitsberger Geschäft der Familie Hittaller ge- und verwandelt und immer wieder der Nachfrage der Käufer angepasst.

Hans Martin Hittaller im Traditionsbetrieb

Foto © KKHans Martin Hittaller im Traditionsbetrieb

Eine Generation nach der anderen hat sich dem Handel verschrieben. Und nach 150 Jahren widmet sich die Familie noch immer der Kundschaft: Hans Martin Hittaller, dessen Sohn Martin Karl Johann nicht weit vom beruflichen Stamm gefallen ist, erzählt anlässlich des Firmenjubiläums mit Begeisterung von seinen Lehrjahren, als Ölfarbe noch selbst gemischt und Bodenpasta im Geschäft hergestellt worden ist.

"Fasziniert war ich von den Parfums", so Hans Martin Hittaller, der von seinen Vorfahren ein Buch geerbt hat, in dem die Herstellung wohlriechender Flüssigkeiten detailliert beschrieben ist. ",Duftbar' wurde dieser Bereich des Geschäftes genannt, in dem die Dreiliter-Flaschen standen, aus denen es nach Maiglöckchen oder Rosen roch. Die Kunden brachten uns nämlich ihre leeren Flacons zum Befüllen", so Hittaller, der den Duft von "Tosca", "Russisch" oder "Juchten" noch immer in der Nase hat.

Die Fotografie sei ebenfalls eine spannende Aufgabe gewesen. "Noch heute habe ich eine kleine Dunkelkammer im Haus", so der Voitsberger. Denn auch mit diesem Geschäftszweig hatte die Familie Hittaller zu tun. Flexibilität kann man ihr nämlich nicht absprechen: Aus der - laut Geschäftsbuch - "Spezerei-, Manufaktur-, Wäsche-, Konfektion-, Eisen-, Farben- und Landesprodukten-Handlung" sowie der Kaffeerösterei und Apfelweinkelterei sind im Lauf von eineinhalb Jahrhunderten ein Papier- und Sportfachgeschäft sowie 1931 eine Drogerie entstanden.

Alois Joseph Hittaller, der 1861 sein Geschäft in Voitsberg eröffnete, vermerkte übrigens in seinen privaten Aufzeichnungen das für ihn - und seine Nachkommen - bedeutende Ereignis und fügte hinzu: "...gebe Gott derhalben einen glücklichen Fortgang". Seine Bitte ist erhört worden. Denn seit im Bezirk Voitsberg die Eisenbahn fährt, ist auch das Geschäft der Familie Hittaller gut unterwegs: Als vor fünf Generationen aus zwei Brandruinen auf dem Voitsberger Hauptplatz eine Warenhandlung entstand, wurde die Inbetriebnahme der Bahn, der Kohleabbau und die Glasindustrie klugerweise in die Überlegungen bezüglich Geschäftseröffnung einbezogen.

LYDIA LASUTSCHENKO

FAKTEN

Umfeld. Am 6. Mai 1831 wurde Alois Joseph Hittaller geboren. Am 20. November 1860 erwarb der "Handelsmann und Hausbesitzer" in Voitsberg das Haus Hauptplatz 66. Damals zählte man in der Stadt 130 Häuser und 1015 Bewohner. Zwei Jahrzehnte später waren es schon fast 3000 Voitsberger, die im Ortskern und den zwei Vorstädten, der Grazer und der Judenburger Vorstadt, lebten.

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