Boss von Einbrecherbande führte Doppelleben
Familienvater (33) ging mit seiner Geliebten auf Einbruchstour. Vom Doppelleben des Kosovaren war seine Ehefrau ahnungslos. Haupttäter und drei Komplizen wurden nun gefasst.

Foto © Weichselbraun/Sujet
Einer auf Trafikeinbrüche spezialisierten Bande konnten die Ermittler des Kriminalreferats der Grazer Polizei das Handwerk legen. Ein 33-jähriger Kosovare, der mit seiner Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern in Graz lebt, war wegen des Verdachts des Einbruchs bereits von der Polizei überwacht worden. Als der 33-Jährige Anfang Februar gemeinsam mit seiner 21-jährigen Geliebten, die ihn zum Tatort chauffiert hatte, in ein Feinkostgeschäft im Bezirk Leibnitz einbrach, klickten wenig später in Graz die Handschellen.
Verhaftung
Wie sich herausstellte, führte der mit einer Steirerin verheiratete Kosovare ein perfektes Doppelleben. "Seiner Ehefrau war zwar aufgefallen, dass er viel unterwegs war, von den Taten hat sie aber nichts mitbekommen", sagt Ermittler Wolfgang Friesenbichler. Erst wenige Tage vor der Verhaftung des 33-Jährigen hatte seine Gattin das dritte gemeinsame Kind zur Welt gebracht.
Bereits seit Ende Oktober ging der Haupttäter gemeinsam mit seiner Geliebten sowie einem 29-jährigen Türken und einem 20-jährigen beschäftigungslosen Serben in unterschiedlicher Zusammensetzung auf Einbruchstour. Vorwiegend in Trafiken in Graz und Umgebung sowie in den Bezirken Hartberg, Feldbach, Leibnitz und Voitsberg wurde eingebrochen, einmal aber auch in eine Modeboutique in Graz-Geidorf. "Diese Tat war eher ein Versehen. Ziel war eine angrenzende Trafik, die Täter haben aber die falsche Tür aufgebrochen", schildert Friesenbichler.
Der bei den Einbrüchen verursachte Gesamtschaden beträgt rund 55.000 Euro, 40.000 davon entfallen auf den Wert der Beute, die neben Bekleidung vor allem Autobahnvignetten und Zigaretten umfasste. Die Glimmstängel wurden über einen Hehler sogar an einen Automatenaufsteller (49) in Graz weiterverkauft, der mit den gestohlenen Zigaretten seine Automaten befüllte. Mit dem Erlös finanzierten sich der 33-jährige Haupttäter und der 29-jährige Komplize ihre Spielsucht. Vom Doppelleben des Kosovaren war nicht nur seine Ehefrau ahnungslos, auch die Geliebte hatte keine Ahnung: Sie wusste weder von der Gattin noch von den Kindern des 33-Jährigen, der erst vor einem Jahr aus dem Gefängnis gekommen war, nachdem er eine Haftstrafe wegen ähnlicher Delikte abgesessen hatte.








